Das Roddermaar und die Vulkanparkroute M - die Dezemberwanderung der LESE

Die Dezember- und gleichzeitig Jahresabschlusswanderung führte uns nach langer Zeit wieder einmal ins obere Brohltal. Ausgangspunkt war das bei einem Golfplatz gelegene Restaurant "Neuer Maarhof". Nach einem leichten Anstieg erreichten wir das Roddermaar, das nach einer neueren Hypothese von Experten gar kein Maar ist, sondern seine Entstehung einem Meteoriteneinschlag verdankt. Das Rodermaar wurde über lange Zeit trockengelegt und entweder land- oder forstwirtschaftlich genutzt, zuletzt standen hier Fichten. Anfang der Neunziger fielen diese Fichten einem Sturm und einer anschließenden Borkenkäferplage zum Opfer, und damit verbot sich die weitere forstwirtschaftliche Nutzung. Deswegen wird das Roddermaar seit 1996 renaturiert. So entstand hier mit finanziellen Mitteln des Landes, des Kreises und der Kommune sowie der tatkräftigen Unterstützung vieler ehrenamtlicher Helfer ein wunderschönes Naturgewässer mit vielfältigen Tier- und Pflanzenarten. Zugvögeln dient das Roddermaar im Frühjahr und im Herbst als Rastplatz.

 

                                                     Foto: Spindler

 

                                         Blick über das Roddermaar auf die Burg Ohlbrück                               Foto: Contzen

 

 

Anschließend führte die Tour auf der "Vulkanparkroute M" zum Steinberg mit dem Königssee. Auf dem Weg dorthin hatten wir einen schönen Ausblick auf das Siebengebirge und die Höhen des westlichen Westerwalds. Beim Steinberg, auch Steimerich genannt, handelt es sich um einen echten Vulkan aus dem Tertiär, dessen Basalt sich vorzüglich für den Straßenbau, als Gleisschotter oder als Basaltsplitt eignet. Der Abbau dieses wertvollen Materials war schon im 19. Jahrhundert ins Auge gefasst worden, er begann aber erst in den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts. Zunächst wurde der Basalt auf Ochsenkarren weggeschafft. Ab 1925 transportierte eine Seilbahn das Steinmaterial zum Schotterwerk nach Oberzissen und zur Brohltalbahn. Durch den Abbau ist nicht nur die Kuppe des Steinbergs vollständig verschwunden. Es entstand vielmehr ein 75 Meter tiefer Trichter, in den zwei Quellen täglich 30 Kubikmeter Wasser schütteten, das vor Arbeitsbeginn immer erst abgepumpt werden musste. Nachdem der Basaltabbau während des zweiten Weltkriegs eingestellt wurde, entstand ein 30 m tiefer See. Inzwischen hat sich eine reiche Fauna und Flora angesiedelt. Der Königssee befindet sich in Privateigentum, doch für interessierte, disziplinierte Wanderer steht die Schranke offen. Beim Umrunden des Steinbergs luden Bänke und eine zur Erinnerung an den Basaltabbau aufgestellte Kipplore zur Apfelpause ein. Von dort ging es mit herrlichem Ausblick auf die Burg Olbrück und die umliegenden Höhen zum Ausgangspunkt zurück.

 

Text: Bachmann