Die LESE lebt - gelungenes Neujahrskonzert unter dem Motto "Ein Nachmittag mit Franz Gerhard Wegeler und Ferdinand Ries"

Welch ein gelungener Start in das Jahr 2018! Die Bonner Lese hat mit ihrem Neujahrskonzert eine lange Tradition fortgesetzt und dafür einen neuen, gänzlich ungewohnten aber überzeugenden Rahmen gewählt. Im Kammermusiksaal des Beethovenhauses wurde nicht nur des 18o. Todestages von Ferdinand Ries gedacht, sondern auch auf sehr hohem Niveau Klaviermusik von Ludwig van Beethoven und seinem Schüler Ries präsentiert.

Die Lese hatte gemeinsam mit dem Beethoven-Archiv und der Ferdinand Ries Gesellschaft zu einem Konzertnachmittag am 13. Januar 2018 geladen – der Saal war mit 197 Besuchern - davon rund 120 von der LESE - bis auf den letztem Platz besetzt. Für die Lese begrüßte Dietrich Engel die Gäste. Die Anwesenheit so vieler LESE-Mitglieder zeige, dass diese "das Motto der Gründungsväter: 'Die Geselligkeit der Mitglieder ist die Seele einer jeden Gesellschaft' verinnerlicht hätten. Sein Fazit:"Mit Freude können wir feststellen: Die LESE lebt." Für die Ferdinand Ries Gesellschaft hatte deren Vorsitzende Barbara Mülhens-Molderings die Begrüßng übernommen, in der sie kurz ein Bild von Ferdinand Ries skizzierte.

                                                                                       Im Gespräch: Christine Siegert mit Richard Sänger

Einer der Höhepunkte war der Edition der Beethoven-Biographie von Franz Georg Wegeler und Ferdinand Ries gewidmet, erläutert vom Herausgeber des Werkes, Richard Sänger, im Gespräch mit Christine Siegert, der Leiterin des Beethoven-Archivs. Es wurde deutlich, wie gross der Einfluss sowohl von Ries als auch von Wegeler auf Beethoven gewesen ist – praktisch sein ganzes Leben lang.

                                                                                                              Knut Hanßen

Musikalisch gestaltet wurde der Nachmittag meisterlich von Knut Hanßen, 25 Jahre jung und mehr als nur ein Künstler am Flügel. Schon das Scherzo aus Beethovens Sonate für Klavier op. 31 Nr. 3 liess ahnen, mit welcher Einfühlsamkeit der vielfach ausgezeichnete Künstler sich der Musik Beethovens verschrieben hat. Gleiches gilt für die Interpretation von
„The Dream“ op.49 für Klavier von Beethovens Schüler Ferdinand Ries – in jeder Wendung liess er den Traum deutlich werden durch fast hingehauchte Töne. Höhepunkt aber waren eindeutig Beethovens Sechs Variationen über ein eigenes Thema für Klavier (F-Dur) op. 34 – jede Variation auf allerhöchstem Niveau interpretiert von Hanßen, dem mit Sicherheit eine grosse Karriere winkt – nicht nur in Deutschland und Europa.


Der Konzert-Nachmittag klang aus bei Gesprächen und einem Gläschen Wein, selbstverständlich vom Weingut Wegeler. So mag man sich die Zukunft der Lese ad multos annos getrost vorstellen.

Text: Geert Müller-Gerbes; Foto: C.Spindler, M.Engel