Ein göttlicher Abend - Pirandellotisch im Euro Theater Central

Einen sehr vergnüglichen, zugleich aber auch nachdenklichen Theaterabend erlebten jetzt über 40 Mitglieder und Freunde des Pirandellotisches. Dessen Vorsitzender Volker Busse hatte einen Besuch im Bonner Theater Euro Central organisiert. Gegeben wurde ein Stück des Österreichers Felix Mitterer - „Krach im Hause Gott“.

Foto Liian Szokody

Das Schicksal der ahnungslosen Menschheit hängt am seidenen Faden. Denn Gott hat es satt, zuzusehen, wie die Menschen sich und ihren Planeten zerstören. Er ruft den engsten Kreis seiner Mitstreiter zusammen, um mit ihnen das Ende der Welt zu beschließen. Während sich Gott-Vater und der Heilige Geist ziemlich einig darüber sind, dass das Experiment Mensch gescheitert ist, bilden Sohn Jesus-Christus und Satan eine Allianz der Verteidigung. Sie treten für den Erhalt der Spezies ein und halten dem resignierten Gott die Qualitäten seiner Schöpfung vor Augen, die sie aus eigenen Erfahrungen als Teil der menschlichen Gesellschaft kennen. Mitten hinein in diese Konferenz der um den zweiten Sohn Gottes – Satan – erweiterten Runde der Heiligen Dreifaltigkeit, erscheint Maria. Mit gescheitem Witz und Charme mischt sie die Männerrunde auf, entlarvt überkommene Machtstrukturen, rückt die Religionsgeschichte zurecht und bringt die anwesenden Herren ganz schön aus der Fassung. Mit dem Ergebnis, dass die Frage nach der Vernichtung der Menschheit zunächst vertagt wird. Noch mal Glück gehabt!

 Begeisterter Beifall für die Schauspieler Lisa Wildmann, Nikolaus Büchel, Eric Carter, Thomas Krutmann, Lucas Sanchez, die mit größter Spielfreude das von Büchel inszenierte Mysterienspiel großartig aufführten. Abgerundet wurde der gelungene Abend durch angeregte und intensive Gespräche über das Stück mit den Künstlern. Volker Busse bedankte sich bei allen Beteiligten des Euro Theater Central für das eindrucksvolle Erlebnis. Eindringlich wies er die Besucher darauf hin, wie wichtig es sei, dass das Theater nach dem Streichen der öffentlichen Subventionen vermehrt auf private Hilfe angewiesen sei. Der heutige Abend habe deutlich gezeigt, dass das Theater volle Unterstützung verdiene.(de)