Eine Wurzelkrippe als Höhepunkt - die Januarwanderung

Unsere erste Wanderung im neuen Jahr begann gleich mit einem Höhepunkt: Der Besichtigung der Wurzelkrippe in der katholischen Pfarrkirche St.Suitbert in Rheinbrohl. Ewald Schneider, der sie mit seinem Team jedes Jahr in sechs Wochen aufbaut, erläuterte uns in einem detailreichen Vortrag Struktur und religiösen Gehalt der Krippe.

 Von der von 1852 bis 1856 im neugotischen Stil erbauten Kirche aus folgten wir dem "Rheinsteig" hinauf bis zur Rheinbrohler Ley. Der Wanderweg verläuft, sobald wir den Ort hinter uns gelassen haben, stetig bergan - zunächst auf breiten Wegen und - nachdem wir die terrassierte Gartenlandschaft verlassen haben - auf teils verwunschenen Bergpfaden. Spätestens die jeweiligen Wanderkehren erlaubten dann atemberaubende Blicke ins Rheintal und seine Umgebung.

 Nach etwa einstündigem Aufstieg erreichten wir die so schöne, aber auch die dem kalten Wind ausgesetzte Rheinbrohler Ley. Unsere obligatorische Apfelpause war in diesem Fall besonders verdient. Angereichert wurde die Pause mit einer Runde Obstler und einem besonderen Geburtstagsständchen für einen verdienten (Mit-)Wanderer.

Unser Abstieg folgte zunächst zum weithin über dem Rhein sichtbaren, weißen Ehrenmal, das als Ersatzruhestätte für 3540 im Ersten Weltkrieg Gefallene des Infanterieregiments 29 errichtet wurde. Durch die Form einer Kapelle unterscheidet sich das Denkmal von vielen anderen. Der Blick in das Innere zeigt an der Giebelwand die vier apokalyptischen Reiter aus der Offenbarung des Johannes: Krieg, Pest, Hunger und Tod. In der Mitte des Raumes steht die Nachbildung eines Sarkophags mit den darin eingeschlossenen Namen der Gefallenen des Regiments. Träger des Ehrenmals sind der Kreis Neuwied und die Gemeinden Bad Hönnigen und Rheinbrohl. Pflege und Instandhaltung haben verschiedene private Kreise übernommem.

Wir erinnerten uns an das Ende des Zweiten Weltkriegs, als Rheinbrohl und seine Umgebung noch in den letzten Märztagen 1945 in heftige Kämpfe einbezogen wurden, die zu einem Bombardement des Ortes mit vielen Toten und Zerstörungen führten.

 Auf nun angenehmen und wieder "lesegerechten" Wegen wanderten wir  zurück zur Kirche. Mit einem gemeinsamen Mittagessen im Wintergarten des gemütlichen Restaurants "Mönchhof" in Bad Hönnigen beendeten wir 17 Wanderer unsere schöne Wanderung.

Text: Ferdinand Schäfer/Foto: Karin Schäfer