Rund 80 Mitglieder und Freunde der Lese- und Erholungsgesellschaft versammelten sich am vergangenen Sonntag im Haus der Evangelischen Kirche, um das neue Jahr mit dem traditionellen Neujahrskonzert zu begrüßen. Der Ort wählte dabei eine Brücke zwischen Gestern und Heute: An der heutigen Adenauerallee stand einst das repräsentative Gesellschaftshaus der LESE, das 1944 zerstört wurde.
Ein Dialog der Instrumente und Epochen

Im Zentrum der Matinee stand die beeindruckende musikalische Darbietung von Sofia von Freydorf (Violoncello) und Anna Karapetyan (Klavier). Mit einem anspruchsvollen Programm aus Werken von Robert Schumann, Ludwig van Beethoven, Sergej Rachmaninow und Dimitri Schostakowitsch entführten die Künstlerinnen das Publikum in vielfältige Klangwelten.
Besondere Aufmerksamkeit erregte das Instrument der Cellistin: Sofia von Freydorf spielte auf einem kostbaren alten Wiener Cello. Dessen warmer, charaktervoller Klang verlieh den Stücken eine außergewöhnliche Tiefe und historische Authentizität. Im harmonischen Zusammenspiel mit Anna Karapetyans brillantem und einfühlsamem Klavierspiel entstand eine Atmosphäre, die den „Zauber des Anfangs“ für alle Gäste unmittelbar spürbar machte.
Zwischen Tradition und Aufbruch
Die stellvertretende Vorsitzende Birgit Lüders knüpfte in ihrer Begrüßung an Hermann Hesses berühmte Zeilen aus dem Gedicht „Stufen“ an. Sie reflektierte kritisch über den bewegten Jahresbeginn 2026 und betonte die Bedeutung der LESE als Ort der menschlichen Begegnung und des liberalen Diskurses – ein Zweck, der auch nach 238 Jahren Vereinsgeschichte aktueller denn je sei.
Ein besonderer Dank galt dem frisch ernannten Ehrenmitglied Dr. Otto Zickenheiner, der das Konzert organisiert hatte und für seine großen Verdienste um die Musikförderung innerhalb der Gesellschaft gewürdigt wurde.
Neuigkeiten aus der Gesellschaft
Neben der Musik standen auch personelle und organisatorische Veränderungen im Fokus:
-
Neuer Vorstand: Der im November gewählte Vorstand mit Dr. Klaus Meyer-Teschendorf (Vorsitzender), Birgit Lüders (Stellvertreterin), Ferdinand Schäfer (Schatzmeister) und Dr. Heinz Otten (Schriftführer) führt die Geschicke der Gesellschaft.
Neue Mitglieder: Mit Rita Crynen, Dagmar Kaysers und Prof. Hermann Rösch (v,re., li, Birgit Lüders) konnten bereits die ersten neuen Mitglieder des Jahres 2026 begrüßt werden.

-
Gastronomie: Da das Stammlokal „Haus am Rhein“ zum 1. Februar den Besitzer wechselt, wird der Vorstand zeitnah Gespräche führen, um die Fortführung der beliebten Tisch-Treffen sicherzustellen.
Ausblick auf das Programm im Jahr 2026
Das kommende Halbjahr verspricht ein reichhaltiges Angebot an Kultur und Geselligkeit:
-
30. Januar: Führung durch die Ausstellung „Schöne neue Arbeitswelt“ im LVR-Landesmuseum.
-
04. März: Vortrag über „Geheimes Wissen über Schmerzen“ von Andreas Könings.
-
15. April: Prof. Helmut Jacobs referiert über das „Goldene Zeitalter Spaniens“.
-
08. Mai: Besichtigung des Posttowers.
-
15.–18. Juni: LESE-Weinreise an die Nahe, den Rheingau und Rheinhessen.
Zudem richtet sich der Blick bereits in die fernere Zukunft: Eine Projektgruppe beginnt in Kürze mit der Planung für das große 240-jährige Jubiläum im Jahr 2027. Die gelungene Matinee endete mit angeregten Gesprächen im Foyer – ein hoffnungsvoller Start in ein ereignisreiches Vereinsjahr. (e.B./de/GE; Fotos: Karin Schäfer)
