"Was bedeutet es heute, konservativ zu sein?" - Auch zweite ZOOM - Veranstaltung der LESE erfolgreich

" In einem Artikel über Alexander Gauland in der Wochenzeitschrift "DIE ZEIT" vom 18.03.21 heißt es, er wolle nicht von der Idee lassen, dass es geht: Wirklich konservativ zu sein, ohne dass es stinkt. "Hinter dieser Formulierung steckt die Vermutung, man könne nicht zugleich konservativ und  anständig sein", führte Diskussionsleiter Emil Schwippert kürzlich beim zweiten virtuellen Treffen der LESE in das Thema der Veranstaltung ein. Immerhin zehn Lesemitglieder hatten sich vor ihren Computern eingefunden, um virtuell über die Frage "Was bedeutet es heute, konservativ zu sein". Schwippert weiter: "Nach der berühmten Differenzierung von Erhard Eppler ist zwischen strukturkonservativ und wertkonservativ zu unterscheiden" Strukturkonservativ sei auch das Politbüro im Moskau der siebziger Jahre gewesen.Bei wertkonservativen Autoren jedoch finde sich die Meinung, strukturkonservativ sei nicht konservativ, sondern traditionalistisch.

 

Ausgehend von diesen Gedanken entwickelte sich eine lebhafte Diskussion zu einem breiten Spektrum von  Fragen beginnend bei   "Wie sieht das Menschenbild des Konservativen aus? (Conditio humana - alter Adam - kein Vertrauen in die Erziehung des Menschen zu einem besseren Wesen?)" über "Ist die Aussage von Helmut  Schmidt 'Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen:' ein konservativer Grundsatz?" und "Ist konservativ zu sein nur eine Denkform, eine prozedurale Problembewältigung, die zu Veränderung nach Prüfung in kleinen Schritten führt?" bis hinzu "Gibt es positive Werte im Konservatismus?" oder "Gibt es eine konservative Außenpolitik?"

 

Unter der bewährten Leitung des Host Johann Hahlen wurden kleinere technische Probleme schnell behoben, und der Vorsitzende Emil Schwippert moderierte gewohnt souverän. Erneut bewies die LESE, dass die Mitglieder über das neue Format auch in Zeiten von CORONA im Kontakt miteinander bleiben können. (de.)