Mit vielen reichen Eindrücken – landschaftlich, architektonisch wie historisch – kehrten die Teilnehmer an der Tagesfahrt der LESE kürzlich aus dem Westerwald nach Bonn zurück. Organisiert von den Lesefreunden Arnulf Linden und Otto Zickenheiner führte die Sommer-Exkursion eine Reisegruppe aus 32 Mitgliedern und zwei Gästen in die idyllische Nistertal-Landschaft und in das historische Residenzstädtchen Hachenburg.
Kulturelle Schätze und Zisterziensische Spiritualität in Marienstatt
Erstes Ziel war die malerisch im Tal der Nister gelegene Abtei Marienstatt. Das 1212 gegründete Kloster blickt auf eine eng mit dem Rheinland verwobene Geschichte zurück: Einst als Filialgründung von Mönchen der Abtei Heisterbach aus dem Siebengebirge ins Leben gerufen, verkörpert Marienstatt bis heute das geistliche und kulturelle Erbe des Zisterzienserordens.
Nach einer ersten Erkundung des klösterlichen Kräutergartens führte Frater Gregor Brandt die Besucher in das historische Torbogen-Gebäude. In einer anschaulichen Videopräsentation erhielten die Lesefreunde tiefere Einblicke in die Geschichte und Spiritualität des Zisterzienserordens. Der im 11. Jahrhundert als Reformbewegung entstandene Orden stellte das Ideal der Schlichtheit, das strebsame Handwerk („ora et labora“) sowie die harmonische Einbettung der Abteien in die Natur in den Mittelpunkt. Dieses Streben nach Klarheit spiegelt sich auch in der Architektur der frühgotischen Abteikirche wider, die als eine der ältesten gotischen Kirchen rechts des Rheins gilt.

Einen spirituellen und musikalischen Höhepunkt bildete der anschließende Besuch dieses Gotteshauses: Die Gruppe wohnte dem mittäglichen Stundengebet bei, bei dem fünf Mönche den eindrucksvollen gregorianischen Choral anstimmten und den weiten Raum mit zeitloser Harmonie erfüllten. Der inspirierende Klosterbesuch fand seinen geselligen Ausklang bei einem gemeinsamen Mittagessen im Marienstatter Brauhaus.
Historischer Charme in der Residenzstadt Hachenburg
Der anschließende Aufenthalt führte die Reisegruppe in das nahe gelegene Hachenburg. Bei einer fachkundigen Stadtführung erkundeten die Teilnehmer die architektonischen Schätze der ehemaligen Residenzstadt. Eine Stadtführerin und ein Stadtführer zeigten den Mitreisenden die eindrucksvollen Bauwerke im historischen Zentrum und erläuterten die jahrhundertelange Entwicklung der Stadt unter der Herrschaft der Grafen von Sayn. Besondere Aufmerksamkeit zog das imposante Barockschloss auf sich, das heute als renommierte Ausbildungsstätte der Deutschen Bundesbank dient und das Stadtbild prägt.

Nach der Fülle an historischen Details blieb noch Zeit für einen entspannten Kaffeebesuch im Herzen der Altstadt, bei dem die gewonnenen Eindrücke in vertrauter Runde vertieft wurden, bevor die Lesefreunde schließlich die Rückfahrt nach Bonn antraten. (oz/de/ GI/Fotos:Linden)
