Auf "weichen" Wegen durch den Kottenforst - die Dezemberwanderungg

Trotz angesagten Regens waren kürzlich 18 „Unentwegte“ zur unserer monatlichen Wanderung an der Waldau im Kottenforst erschienen.

 

Die Wanderung war ein Beweis dafür, dass es im Kottenforst nicht nur die schnurgeraden Alleen der kurfürstlichen Jäger gibt, denn unser Weg schlängelte sich zunächst leicht auf und ab durch schöne Buchen- und Eichenwälder mit einem Abstecher zum Kurfürstenweiher, der mit dem daneben liegenden Hirschweiher durch einen kleinen Bach verbunden ist und zur kurfürstlichen Zeit als Fischweiher angelegt wurde.

 

Bei der obligaten „Apfelpause“ neben den Grenzsteinen von 1734 wurden aus Hygienegründen nicht – wie sonst üblich – frisch geschnittene Apfelstücke gereicht. Es gab getrocknete Äpfel, Apfelkekse und für die „Durstigen“ ein Gläschen Calvados.

 

Nach insgesamt ca. 6,5 Kilometern ohne größere Steigungen wurde der Ausgangspunkt, die Gaststätte Waldau, erreicht.

 

Bei der anschließenden Mittagseinkehr boten u. a. Corona und Regierungsneubildung ausreichend Gelegenheit zu lebhafter Diskussion. Und der angekündigte Regen setzte erst auf der Heimfahrt ein.

 

Text: Ewald Stöwe

 

 

 

 

 

 

 

 

Monatsvorschau Dezember 2021

 Dezember 2021

1

Mi

 

2

Do

Stiftungsfest im Uniclub        abgesagt

3

Fr

 

4

Sa

Wandern 09:30 Uhr        Treffpunkt: Vor der Gaststätte Waldau, An der Waldau 50, 53127 Bonn

5

So

 

6

Mo

 

49

7

Di

Juniorentisch 19:00 Uhr im Haus am Rhein  abgesagt

8

Mi

 

9

Do

Neuer Tisch 18:30 Uhr    entfällt

10

Fr

 

11

Sa

 

12

So

 

13

Mo

Singekreis 18:00 Uhr  entfällt    

 

Mitgliederversammlung 18:00 Uhr im großen Saal der ev. Kirche

50

14

Di

Tisch 99 18:00 Uhr im Haus am Rhein

15

Mi

Literaturkreis 18:00 Uhr  /  Mittwochstisch 18:00 Uhr im Haus am Rhein

16

Do

 

17

Fr

Lese-Bridge 14:45 Uhr im Clubraum der LESE

18

Sa

 

19

So

 

20

Mo

 

51

21

Di

Lese im Gespräch 18:30 Uhr   entfällt

22

Mi

 

23

Do

Pirandello Tisch 19:00 Uhr  entfällt

24

Fr

Heiligabend

25

Sa

1. Weihnachtstag

26

So

2. Weihnachtstag

27

Mo

 

52

28

Di

 

29

Mi

 

30

Do

 

31

Fr

Silvester 

 

Wer waren die Germanen? - LESE besucht Ausstellung im Rheinischen Landesmuseum

Für den Monat November 2021 bietet die LESE eine weitere Veranstaltung an: eine Führung durch die Ausstellung

 

Die Germanen - Eine archäologische Bestandsaufnahme“

im Rheinischen Landesmuseum in Bonn am 23. November 2021 um 11.00 Uhr.

 

Präsentiert werden neue spektakuläre Funde und Ergebnisse intensiver Forschung zu unseren Vorfahren aus der Zeit zwischen dem 1. und 4. Jahrhundert nach Christus. Die Objekte stammen aus Deutschland, Dänemark, Polen und Rumänien.

 

Die Ausstellung macht deutlich, dass es keine einheitliche germanische Welt gab, sondern eine Vielzahl unterschiedlicher Kulturen, die untereinander und mit den Römern in Beziehung standen.

 

Sollten Sie neugierig geworden sein, so können Sie sich bis 11. November im Büro der

LESE (Adenauerallee 37 * 53113 Bonn * Telefon: 0228/22 42 90 * ) zu der Führung anmelden. Die einstündige Führung kostet 60,00 Euro, der Einzelpreis für den Eintritt beträgt 7,50 Euro in der Gruppe. Die bekannten Corona-Pandemie-Regeln müssen eingehalten werden.

 

Unseren Besuch wollen wir im schönen Museumsrestaurant DELKART ausklingen lassen.

 

Christel Pfletschinger

 

Auf den Spuren des 30-jährigen Krieges an der Ahr - die Novemberwanderung

Die Anfahrt auf die Anhöhe bei Bad Neuenahr war kürzlich für einige von uns wegen Nebel im Ahrtal und unbekannter Wegführung eine kleine Herausforderung. Umso schöner war es für uns 21 Wanderer, dass wir mit viel Sonnenschein, gemütlichen - weitestgehend ebenen - Wegen und Pfaden sowie weiten Ausblicken entschädigt wurden.

Ausgangs- und Endpunkt war der Segel- und Sportflugplatz, der der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler gehört und von einem Verein betrieben wird. Auf der befestigten Piste von 500 m sahen wir einzelne Starts und Landungen von kleinen Motorflugzeugen. Umgeben ist der Flugplatz aufgrund der dort vorherrschenden nährstoffarmen Böden aus Sanden, Tonen und Kiesen von Busch- und Brombeerhecken sowie davon abgesetzt von Eichen- und Birkenwäldern.

Unser Weg führte uns zunächst leicht abwärts, und dann öffnete sich für uns an diesem Morgen am Feldrand dieser atemberaubende Blick über das im Nebel liegende Ahrtal:

 

Wir setzten unsere Wanderung oberhalb der Weinberge von Bad Neuenahr fort und erreichten dann auf einem moderaten Serpentinenweg durch den Eichenwald unsere ursprüngliche Höhe und nach wenigen Metern die „Karweiler Marienkapelle“.

Die Geschichte der Kapelle geht auf den Dreißigjährigen Krieg (1618 – 1648) zurück und ist in einem Heimatbuch festgehalten. Danach lieferten sich die Schweden einerseits und die Vereinigten Truppen deutscher Fürsten andererseits mit ihren Kanonen über das Bengener Tal hinweg einen heftigen Kampf. Aus der Angst heraus, dass dabei ihr Dorf Karweiler zerstört werden könnte, gelobten die Einwohner den Bau der Kapelle. Das Wunder trat tatsächlich ein. Sie errichteten und erhalten seither die Kapelle. 1956 erhielt der kleine Turm die Glocke, die zuvor in der angrenzenden Tongrube von Lantershofen die Tagewerke ein- und ausgeläutet hat. Auch heute noch ist die Kapelle eine wichtige Pilgerstätte.

Wir nutzten die gepflegte Umgebung der Kapelle auch zu unserer Wanderpause. Bedingt durch den Anstieg der Corona-Inzidenz haben wir uns anstelle der traditionellen Apfelschnitzel mit sogenannten Snickers gestärkt.

Anschließend umrundeten wir nun den Flugplatz weiter auf vorwiegend breiten Wirtschaftswegen. Bei klarer Sicht war uns von hier ein weiter Blick in nördlicher und östlicher Richtung nach Wachtberg und ins Siebengebirge vergönnt. Zugleich aber beanspruchten auch einzelne Wassertümpel und Matsch unsere Aufmerksamkeit.

Nach insgesamt etwa fünf Kilometer n erreichten wir zu unserem gemütlichen Abschluss die Gaststätte „Heidestube“. Bei vielen Gesprächen verwöhnten wir uns mit unterschiedlichen Getränken und guten Speisen und die einhellige Meinung war, dass wir – auch mit bedingt durch das Wechselspiel von Nebel und Sonne sowie die zauberhafte Herbstfärbung der Bäume und Sträucher - eine besonders schöne Wanderung erlebt haben.

Text: Karin und Ferdinand Schäfer; Fotos: Ulrich Spindler und Karin Schäfer

Im Spannungsfeld von Industrie- und Museumskultur in Duisburg - Tagesausflug des Juniorentisches

Die Stadt Duisburg und ihr Hafen im Zusammenfluss von Rhein und Ruhr war kürzlich Ziel eines Tagesausflugs unseres Juniorentisches. Rund 25 Tischmitglieder und Freunde waren der Einladung unseres Tischvorsitzenden Walter Mackholt gefolgt und machten sich erwartungsvoll in Bonn auf den Weg.Stadt und Hafen haben in der Vergangenheit verschiedene Strukturwandlungen erfahren. So existierte bis Ende 1900 eine große Mühlenindustrie mit Getreidelieferungen aus Russland, den Donauländern und auch aus Nordamerika und Indien. Die Küppersmühle selbst wurde erst 1972 stillgelegt. Ebenfalls von großer Bedeutung war auch in dieser Zeit der Abtransport von märkischer Kohle aus dem Hafen, wobei nach dem Zweiten Weltkrieg die Bedeutung der inländischen Kohle zusehends verloren gegangen ist. Heute ist der Duisburger Hafen der weltweit größte Binnenhafen mit einem jährlichen Güterumschlag von 110,4 Millionen Tonnen (Stand 2020).

Im Hafengebiet sind in den letzten Jahren infolge der günstigen Verkehrsanbindungen umfangreiche Industrieansiedlungen vorgenommen worden, und zugleich wurde der Dienstleistungssektor deutlich ausgeweitet. Die im 20. Jahrhundert gegründete Hafengesellschaft von Stadt und Land NRW (Duisburger Hafen AG) sieht den Hafen deshalb nicht nur als wichtigste Handels- und Verkehrsdrehscheibe, sondern auch als Jobmotor der Rhein-Ruhr-Region. Im Rahmen der internationalen Bauausstellung Emscher Park (1989–1999) wurde die Umgestaltung der einstigen Industriebrache des Hafens verstärkt zu einem multifunktionalen Dienstleistungsareal – mit Büro- und Wohnflächen, Gastronomie-, Kultur- und Freizeitangeboten - eingeleitet. Dabei entstand aus der „alten Küppersmühle“ auch das „MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst“.

Wegen der Bedeutung des Hafens bestand unsere Tagesfahrt aus dem Dreiklang Binnenschifffahrtsmuseum, Hafenrundfahrt und Museum Küppersmühle.Das „Museum der Deutschen Binnenschifffahrt“ führte uns als erste Station unserer Tagesreise in die Welt der Schifffahrt auf Fluss und Kanal von der Steinzeit bis zur Gegenwart. Das Museum selbst befindet sich in den ehemaligen „Ruhrorter Badeanstalten“. Die Themen einzelner Stationen reichen von Matrose ein harter Job“, und „Das Schiff - Spielplatz und Frachtraum“ oder Das Schiff - Hausfrau, Mutter, Schiffsführerin“ bis hin zu einer nachgestellten Kneipe als Ort für „Geschäfte, Bier und Neuigkeiten“. Von den Exponaten beeindruckte insbesondere ein riesiger Lastensegler, der mitten in der ehemaligen Herrenschwimmhalle aufgestellt worden ist.

An den Museumsbesuch schloss sich eine Hafenrundfahrt über den öffentlich zugänglichen Teil des Hafens an. Mit launigen aber auch mit präzisen Informationen des Kapitäns des Schiffes „MS Rheinfels“ gewannen wir eine Vorstellung von der Bedeutung dieses großen Binnenhafens. Verantwortlich für den Betrieb und die Logistik im städtischen Hafen ist die Duisburger Hafen AG mit ihren Tochtergesellschaften. Die rechtlich selbständigen Gesellschaften tragen alle das Wort „duisport“ als Bestandteil in ihrem Namen. Rechts und links der Wasserfläche erheben sich Logistikhallen, Containerterminals und Bürogebäude (etc.). Wir erfuhren auch, dass für Serviceleistungen im Bereich von Verpackungen für Dokumentenmanagement und Lagerung neben dem Duisburger Hafen auch Niederlassungen in Chemnitz, Antwerpen und Shanghai unterhalten werden. Derzeit besteht auch ein Vertrag mit Chinas Logistikentwickler „China Merchants Holding“ , mit dem entlang der „Neuen Seidenstraße“ – so im westchinesichen Ürümgi, in Istanbul und in Minsk mit Unterstützung einer „duisport“- Gesellschaft Logistikzentren errichtet werden.

Unser anschließender Besuch im „Museum Küppersmühle für moderne Kunst“ beeindruckte hinsichtlich Architektur und Kunst, die uns bei einer spannenden und sehr kompetenten Führung näher erläutert wurden. Das Museum macht den Strukturwandel der Stadt besonders deutlich und steht für „Industriekultur und White Cube“, denn das Museum ist in einem ehemaligen Getreidespeicher untergebracht. Das Schweizer Architekturbüro Herzog & de Meuron verwandelte von 1997–1999 das alte Speichergebäude mit seiner historischen Backsteinfassade in ein Zentrum für Kunst, mit einer Ausstellungsfläche von zunächst rund 3.600 m² auf drei Etagen, deren Architektur durch Klarheit und Reduktion auf das Wesentliche besticht. Charakteristisch sind die durch-gängig bis zu 6 m hohen weißen Wände, an denen die überwiegend riesengroßen Bilder genügend Platz finden.

Weitere Charakteristika sind die Fußböden aus grauem türkischem Basalt und die Abfolge großzügiger Raumflächen. Die einzige Verbindung zur Außenwelt sind raumhohe Fensterschlitze, die in die denkmalgeschützte Fassade eingelassen wurden.Im Kontrast zu den weißen Räumen stehen die zwei erdfarbenen Treppenhäuser mit ihren sichtbaren Spuren der Schalungsarbeiten; sie laden zu gemächlichen Auf- und Abstiegen ein. Die Windungen des Treppenturms innen – ganz aus durchgefärbtem terracottafarbenem Beton gestaltet – ziehen den Blick wie im Sog nach oben. Der Besucher fühlt sich dadurch wie im Inneren einer gigantischen Skulptur. Beide Treppen vollziehen je Ausstellungsetage zwei Umdrehungen entsprechend den früheren Geschossebenen der Küppersmühle, denn dank der Tragkonstruktion aus Beton von 1908 konnte für die erforderlichen neuen Geschosshöhen jede zweite Zwischendecke entfernt werden.

Das Museum hat im September 2021 seinen Erweiterungsbau eröffnet: Die Ausstellungsfläche wurde mit zusätzlichen 2.500 Quadratmetern etwa verdoppelt. Im Zuge des Erweiterungsbaus wurden auch die historischen Silos erschlossen und in den Bau integriert. Hier schaffen Brücken im 1. und 2. OG die Verbindung zwischen den neuen und den bereits existierenden Räumen. Die Silos selbst blieben in der äußeren Optik wie auch ihrer weitestgehend ursprünglichen Materialität als Industriedenkmal erhalten.

Das Museum verfügt über eine der umfangreichsten Sammlungen deutscher Nachkriegskunst. Ausgestellt wird hier die bedeutende Sammlung des Ehepaars Sylvia und Ulrich Ströher. Von „Informel“ über „Konkrete Kunst“, „Minimal Art“ und „ Fluxus“ bis zur „Konzeptkunst“ lässt sich die Entwicklung der deutschen Avantgarden der Nachkriegszeit beispielhaft nachvollziehen. Umfassend vertreten ist Malerei in ganzen Werkgruppen von Künstlern wie Georg Baselitz, Jörg Immendorff, Anselm Kiefer, Markus Lüpertz, A. R. Penck, Sigmar Polke, Imi Knoebel und Gerhard Richter. Aber auch Fotografie (u. a. Bernd und Hilla Becher, Candida Höfer, Hans-Christian Schink) und Bildhauerei sind zu sehen – allen voran Skulpturen von Norbert Kricke und Hans Uhlmann.

Zum Abschluss kehrten wir zusammen mit unserem Initiator der Reise, Walter Mackholt, im „König-Pilsener-Wirtshaus“ ein. Ein Dank gilt Herrn Mackholt nicht nur für seine Initiative für die schöne Reise an sich, sondern auch dafür, dass wir alle das Gefühl vermittelt bekamen, Teil eines offenen Freundeskreises gewesen zu sein, der - mit vielen Informationen und Eindrücken bereichert - diese Tagesreise erlebt hat.

Text: Karin und Ferdinand Schäfer; Fotos: Peter Sauer/Schäfer