Wir unterstützen das Ahrtal - die Novemberwanderung

Liebe Wanderfreunde der LESE,

wie schon im letzten Monat, wollen wir uns auch dieses Mal auf der linken Rheinseite treffen. Auch unter dem Aspekt, das Ahrtal ein wenig zu unterstützen, denn der Wirt unseres Restaurants war mit zwei Lokalen von der Flutwelle betroffen.

 

Die November-Wanderung führt uns nun in die Bengener Heide im Stadtgebiet Grafschaft - Ringen: Wir umwandern auf nahezu ebenen Wegen den Segel- und Sportflughafen von Bad Neuenahr - Ahrweiler. Der Weg verläuft von unserem Startpunkt aus zunächst oberhalb der Weinberge von Bad Neuenahr. Nach unserer Pause am „Karweiler Marienkapellchen“ wandern wir auf Wirtschaftswegen zurück zu unserem Startplatz. Vorgesehen sind etwa 6 km.

 

Wir treffen uns am

 

Sonnabend, dem 06.11.2021 um 9.30 Uhr

auf dem Parkplatz unmittelbar am Flugplatz.

 

Für unseren Ausklang der Wanderung sind wir in der Gaststätte „Heidestube“ angemeldet, die ebenfalls direkt am Flugplatz liegt: Adresse: Im Schwertstal 100, 53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler, Telefon: 01778800011.

 

Auch Gäste sind herzlich willkommen.

 

Hinweise zur Anfahrt: Es ist vorteilhaft, wenn wir die Zufahrt von der Heerstraße, Bad Neuenahr nutzen.

Im Spannungsfeld von Industrie- und Museumskultur in Duisburg - Tagesausflug des Juniorentisches

Die Stadt Duisburg und ihr Hafen im Zusammenfluss von Rhein und Ruhr war kürzlich Ziel eines Tagesausflugs unseres Juniorentisches. Rund 25 Tischmitglieder und Freunde waren der Einladung unseres Tischvorsitzenden Walter Mackholt gefolgt und machten sich erwartungsvoll in Bonn auf den Weg.Stadt und Hafen haben in der Vergangenheit verschiedene Strukturwandlungen erfahren. So existierte bis Ende 1900 eine große Mühlenindustrie mit Getreidelieferungen aus Russland, den Donauländern und auch aus Nordamerika und Indien. Die Küppersmühle selbst wurde erst 1972 stillgelegt. Ebenfalls von großer Bedeutung war auch in dieser Zeit der Abtransport von märkischer Kohle aus dem Hafen, wobei nach dem Zweiten Weltkrieg die Bedeutung der inländischen Kohle zusehends verloren gegangen ist. Heute ist der Duisburger Hafen der weltweit größte Binnenhafen mit einem jährlichen Güterumschlag von 110,4 Millionen Tonnen (Stand 2020).

Im Hafengebiet sind in den letzten Jahren infolge der günstigen Verkehrsanbindungen umfangreiche Industrieansiedlungen vorgenommen worden, und zugleich wurde der Dienstleistungssektor deutlich ausgeweitet. Die im 20. Jahrhundert gegründete Hafengesellschaft von Stadt und Land NRW (Duisburger Hafen AG) sieht den Hafen deshalb nicht nur als wichtigste Handels- und Verkehrsdrehscheibe, sondern auch als Jobmotor der Rhein-Ruhr-Region. Im Rahmen der internationalen Bauausstellung Emscher Park (1989–1999) wurde die Umgestaltung der einstigen Industriebrache des Hafens verstärkt zu einem multifunktionalen Dienstleistungsareal – mit Büro- und Wohnflächen, Gastronomie-, Kultur- und Freizeitangeboten - eingeleitet. Dabei entstand aus der „alten Küppersmühle“ auch das „MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst“.

Wegen der Bedeutung des Hafens bestand unsere Tagesfahrt aus dem Dreiklang Binnenschifffahrtsmuseum, Hafenrundfahrt und Museum Küppersmühle.Das „Museum der Deutschen Binnenschifffahrt“ führte uns als erste Station unserer Tagesreise in die Welt der Schifffahrt auf Fluss und Kanal von der Steinzeit bis zur Gegenwart. Das Museum selbst befindet sich in den ehemaligen „Ruhrorter Badeanstalten“. Die Themen einzelner Stationen reichen von Matrose ein harter Job“, und „Das Schiff - Spielplatz und Frachtraum“ oder Das Schiff - Hausfrau, Mutter, Schiffsführerin“ bis hin zu einer nachgestellten Kneipe als Ort für „Geschäfte, Bier und Neuigkeiten“. Von den Exponaten beeindruckte insbesondere ein riesiger Lastensegler, der mitten in der ehemaligen Herrenschwimmhalle aufgestellt worden ist.

An den Museumsbesuch schloss sich eine Hafenrundfahrt über den öffentlich zugänglichen Teil des Hafens an. Mit launigen aber auch mit präzisen Informationen des Kapitäns des Schiffes „MS Rheinfels“ gewannen wir eine Vorstellung von der Bedeutung dieses großen Binnenhafens. Verantwortlich für den Betrieb und die Logistik im städtischen Hafen ist die Duisburger Hafen AG mit ihren Tochtergesellschaften. Die rechtlich selbständigen Gesellschaften tragen alle das Wort „duisport“ als Bestandteil in ihrem Namen. Rechts und links der Wasserfläche erheben sich Logistikhallen, Containerterminals und Bürogebäude (etc.). Wir erfuhren auch, dass für Serviceleistungen im Bereich von Verpackungen für Dokumentenmanagement und Lagerung neben dem Duisburger Hafen auch Niederlassungen in Chemnitz, Antwerpen und Shanghai unterhalten werden. Derzeit besteht auch ein Vertrag mit Chinas Logistikentwickler „China Merchants Holding“ , mit dem entlang der „Neuen Seidenstraße“ – so im westchinesichen Ürümgi, in Istanbul und in Minsk mit Unterstützung einer „duisport“- Gesellschaft Logistikzentren errichtet werden.

Unser anschließender Besuch im „Museum Küppersmühle für moderne Kunst“ beeindruckte hinsichtlich Architektur und Kunst, die uns bei einer spannenden und sehr kompetenten Führung näher erläutert wurden. Das Museum macht den Strukturwandel der Stadt besonders deutlich und steht für „Industriekultur und White Cube“, denn das Museum ist in einem ehemaligen Getreidespeicher untergebracht. Das Schweizer Architekturbüro Herzog & de Meuron verwandelte von 1997–1999 das alte Speichergebäude mit seiner historischen Backsteinfassade in ein Zentrum für Kunst, mit einer Ausstellungsfläche von zunächst rund 3.600 m² auf drei Etagen, deren Architektur durch Klarheit und Reduktion auf das Wesentliche besticht. Charakteristisch sind die durch-gängig bis zu 6 m hohen weißen Wände, an denen die überwiegend riesengroßen Bilder genügend Platz finden.

Weitere Charakteristika sind die Fußböden aus grauem türkischem Basalt und die Abfolge großzügiger Raumflächen. Die einzige Verbindung zur Außenwelt sind raumhohe Fensterschlitze, die in die denkmalgeschützte Fassade eingelassen wurden.Im Kontrast zu den weißen Räumen stehen die zwei erdfarbenen Treppenhäuser mit ihren sichtbaren Spuren der Schalungsarbeiten; sie laden zu gemächlichen Auf- und Abstiegen ein. Die Windungen des Treppenturms innen – ganz aus durchgefärbtem terracottafarbenem Beton gestaltet – ziehen den Blick wie im Sog nach oben. Der Besucher fühlt sich dadurch wie im Inneren einer gigantischen Skulptur. Beide Treppen vollziehen je Ausstellungsetage zwei Umdrehungen entsprechend den früheren Geschossebenen der Küppersmühle, denn dank der Tragkonstruktion aus Beton von 1908 konnte für die erforderlichen neuen Geschosshöhen jede zweite Zwischendecke entfernt werden.

Das Museum hat im September 2021 seinen Erweiterungsbau eröffnet: Die Ausstellungsfläche wurde mit zusätzlichen 2.500 Quadratmetern etwa verdoppelt. Im Zuge des Erweiterungsbaus wurden auch die historischen Silos erschlossen und in den Bau integriert. Hier schaffen Brücken im 1. und 2. OG die Verbindung zwischen den neuen und den bereits existierenden Räumen. Die Silos selbst blieben in der äußeren Optik wie auch ihrer weitestgehend ursprünglichen Materialität als Industriedenkmal erhalten.

Das Museum verfügt über eine der umfangreichsten Sammlungen deutscher Nachkriegskunst. Ausgestellt wird hier die bedeutende Sammlung des Ehepaars Sylvia und Ulrich Ströher. Von „Informel“ über „Konkrete Kunst“, „Minimal Art“ und „ Fluxus“ bis zur „Konzeptkunst“ lässt sich die Entwicklung der deutschen Avantgarden der Nachkriegszeit beispielhaft nachvollziehen. Umfassend vertreten ist Malerei in ganzen Werkgruppen von Künstlern wie Georg Baselitz, Jörg Immendorff, Anselm Kiefer, Markus Lüpertz, A. R. Penck, Sigmar Polke, Imi Knoebel und Gerhard Richter. Aber auch Fotografie (u. a. Bernd und Hilla Becher, Candida Höfer, Hans-Christian Schink) und Bildhauerei sind zu sehen – allen voran Skulpturen von Norbert Kricke und Hans Uhlmann.

Zum Abschluss kehrten wir zusammen mit unserem Initiator der Reise, Walter Mackholt, im „König-Pilsener-Wirtshaus“ ein. Ein Dank gilt Herrn Mackholt nicht nur für seine Initiative für die schöne Reise an sich, sondern auch dafür, dass wir alle das Gefühl vermittelt bekamen, Teil eines offenen Freundeskreises gewesen zu sein, der - mit vielen Informationen und Eindrücken bereichert - diese Tagesreise erlebt hat.

Text: Karin und Ferdinand Schäfer; Fotos: Peter Sauer/Schäfer

 

Endlich: "LESE im Gespräch" findet nach langer Zwangspause wieder statt

Liebe Freundinnen und Freunde der LESE,

 

in der kommenden Woche trifft sich wieder der Arbeitskreis „LESE im Gespräch“ im Haus am Rhein, um sich über aktuelle politische Fragen auszutauschen.

 

Die Zusammenkunft findet aber nicht, wie sonst üblich, am Dienstag statt – die Räume des Restaurants sind an diesem Tag anderweitig belegt –, sondern am Donnerstag, dem 21. Oktober, 18:30 Uhr.

 

Ich nutze die Gelegenheit, nochmals darauf hinzuweisen, dass alle unsere Mitglieder, die Lust und Zeit haben, an den Diskussionen teilzunehmen, herzlich eingeladen sind, auch wenn sie den Gesprächskreis in der Vergangenheit noch nicht besucht haben sollten.

 

Dr.Emil Schwippert

Monatsvorschau November 2021

                                     
November 2021  
 

1

Mo

Allerheiligen

44

2

Di

Juniorentisch 19:00 Uhr im Haus am Rhein

3

Mi

 

4

Do

 

5

Fr

 

6

Sa

Wandern 09:30 Uhr

7

So

 

8

Mo

Singekreis 18:00 Uhr

45

9

Di

Tisch 99 18:00 Uhr im Haus am Rhein

10

Mi

 

11

Do

Neuer Tisch 18:30 Uhr im Haus am Rhein

12

Fr

 

13

Sa

 

14

So

 

15

Mo

 

46

16

Di

Lese im Gespräch 18:30 Uhr im Haus am Rhein

17

Mi

Literaturkreis 18:00 Uhr im Haus am Rhein

18

Do

 

19

Fr

Lese-Bridge 14:45 Uhr im Clubraum der LESE

20

Sa

 

21

So

 

22

Mo

 

47

23

Di

 

24

Mi

Mittwochstisch 18:00 Uhr im Haus am Rhein

25

Do

Pirandello Tisch 19:00 Uhr im Haus am Rhein

26

Fr

Lese-Schach 16:00 Uhr im Clubraum der LESE

27

Sa

 

28

So

1. Advent

29

Mo

 

48

30

Di

 

 

 

 

 

Lese sponsert wieder Käptn Book - Kirsten Boie liest vor Schülern in Wesseling

Bereits zum 12. Mal sponserte die Lese- und Erholungsgesellschaft in diesem Jahr das vom Bonner Kulturamt veranstaltete Rheinische Lesefest Käp‘tn Book.

 

Schon im September hatte Tamara Bach aus ihren Werken vor Schülerinnen und Schülern des Bonner Beethovengymnasiums vortragen. Die Lesung fand in der Aula der Schule. Jetzt kamen Schülerinnen und Schüler der Klasse 10 c der Albert – Einstein – Realschule Wesseling in den Genuss einer Autorenlesung. Hier der Bericht der betreuenden Lehrerin Claudia Röttgen:

 

Für die Schülerinnen und Schüler war es die erste Autorenlesung. Eine Schriftstellerin, die nur für sie aus einem ihrer Bücher vorliest, das hatten sie noch nie erlebt.

Und so waren denn auch die Rückmeldungen der Schülerinnen und Schüler der 10c der Albert-Einstein-Realschule nach der Lesung mit Kirsten Boie aus ihrem neusten Werk „Dunkelnacht“ sehr positiv: „Man konnte noch viel besser verstehen, was passiert, als sie selbst aus ihrem Buch vorgelesen hat“, meinte Niklas. „Es war toll, dass Kirsten Boie nicht nur vorgelesen hat, sondern uns auch viel dazu erklärt hat.“ Und: „Sie hat uns erzählt hat, wie sie dazu kam, das Buch zu schreiben. Das fand ich sehr interessant“, so weitere Meinungen von SchülerInnen.

 

Die konzentriert lauschende 10c erlebte eine sehr zugewandte Kirsten Boie, die im Anschluss an die Lesung trotz Corona einem gemeinsamen Gruppenfoto auf der Bühne zustimmte. Gerne stellten sich viele begeisterte SchülerInnen dazu.

Im Rahmen des Bonner Lesefestes Käpt´n Book durfte die 10c im kleinen Theater des Wesselinger Rheinforums zu Gast sein, wo die berühmte Kinder- und Jugendbuchautorin Kirsten Boie für sie aus ihrem neusten Werk „Dunkelnacht“ las. In diesem Buch geht es um die bayerische Kleinstadt Penzberg, in der sich zehn Tage vor der Kapitulation zum Ende des zweiten Weltkrieges noch ein schreckliches Drama abspielte, im Rahmen dessen die nationalsozialistische Gruppe „Werwolf“ an die zwanzig Dorfbewohner erschoss oder erhängte, weil diese einen friedlichen Neuanfang nach dem Krieg vorbereiten wollten. Es handelt sich um wahre historische Gegebenheiten. Und auch wie die Täter nach dem Krieg ihrer gerechten Strafe entgingen, erklärte Kirsten Boie den Jugendlichen. Höchst aktuell, da in diesen Tagen zwei Naziverbrecher – ein 100-jähriger KZ Aufseher und eine 96-jährige KZ Sekretärin – für ihre Taten 76 Jahre nach Kriegsende endlich vor Gericht stehen.

 

Dass Geschichte nicht nur in Geschichtsbüchern stattfindet, sondern in jeder Stadt, so auch in Wesseling, rief das Mahnmal gegenüber dem Rheinforum allen Anwesenden in Erinnerung. Hier hatte bis zum 9. November 1938 die Wesselinger Synagoge gestanden. Ein Rundgang der 10c zu den Wesselinger Stolpersteinen ist jetzt in Planung.

 

Vielen Dank, liebe Frau Boie, für diese wunderbare und eindrucksvolle Lesung!

 

Ein weiterer Dank geht an Herrn Mackholt, der Frau Boie persönlich nach Wesseling begleitete, die Bonner Lese- und Erholungsgesellschaft, an Birgit Raabe von der Stadtbücherei, ohne die wir diesen wunderbaren Raum nicht bekommen hätten und an Frau Vogt vom Bonner Kulturamt, die uns gemeinsam diese Erlebnisse ermöglicht haben.

 

Claudia Röttgen