"Eiserner Mann" und Römische Wasserleitung - Die Oktoberwanderung

(E.S.) Wie gut, dass die LESE --Wandergruppe nicht abergläubisch ist. Trotz der Zahl von 13 Teilnehmern zogen die Wanderer kürzlich bei zwar trübem aber trockenem Wetter frohgemut im nordwestlichen Teil des Kottenforstes los - auf durchgehend breiten Wegen, um den Abstandsgeboten der Corona-Schutzverordnung zu entsprechen.

 

Erstes Ziel war “Der eiserne Mann“, ein sagenumwobener, nicht rostender kantiger Eisenpfahl, der 1,20 m aus dem Boden ragt. Laut Erich von Däniken, dem fantasiebegabten Experten für Außerirdisches, stammt er aus dem Weltraum. Das aber glauben sie nicht, die Mädchen, die um Mitternacht dreimal um die Säule kreisen: Sie versprechen sich von dem Ritual, so heißt es, einen guten Ehemann. Etliche Wanderfreundinnen nickten bestätigend…

 

Weitere Fachleute, vom kurfürstlichen Hofgerichtsschreiber Johann Philipp Vogel bis zu erfahrenen Metallurgen, bieten weitere Informationen. Viele sind sich heute einig, dass „Der eiserne Mann“ seinerzeit als Grenzstein zwischen den Besitzungen der Herren von Heimerzheim und Alfter in die Erde gelassen wurde.

 

Großes Interesse fand auch ein Aufschluss der römischen Wasserleitung, ein technisches Meisterwerk, mit dem die Römer vor 2000 Jahren Trinkwasser aus der Eifel zur Versorgung ihrer niedergermanischen Provinzhauptstadt Köln (Colonia Claudia Agrippinensis) transportiert haben. Und das ohne die heute selbstverständlichen Hilfsmittel sowie trotz widriger Berg-und Tal - Topographie. Fachleute sagen: Hätte man damals eine Kegelkugel in das Anfangsbecken in Nettesheim geworfen, sie wäre garantiert zu einem Kölner Römerhaushalt angekommen.

 

Rechtzeitig vor dem einsetzenden Regen erreichte die Gruppe nach rund acht Kilometern den Ausgangspunkt, der Waldschänke „Im Zuschlag“ bei Buschoven, wo bei Tisch - sitzend natürlich in dem gebotenen Abstand - munter weiter diskutiert wurde.