Ein Konzert der besonderen Art - Pianistin Susanne Kessel bei der LESE

"Die von Ihnen angeregten 250 Klavierstücke von Komponisten aller Altersstufen aus 47 Ländern sind ein besonderes Geschenk für Ludwig van Beethoven, da sie sich auf sein Leben und Werk beziehen. Wir gratulieren Ihnen, dass gerade in diesem Monat der 10. und letzte Band des von Ihnen initiierten Kompositions-, Konzert- und Editionsprojektes „250 piano pieces for Beethoven“ rechtzeitig zum 250. Geburtstag erscheint. Schon 2013 begonnen schlug Ihr Projekt Wellen und währte sieben Jahre, in denen Sie unermüdlich für Ihr unabhängiges privates Musikprojekt gearbeitet haben. Einer der jüngsten Komponisten, ein Junge aus Armenien war übrigens etwa im selben Alter wie Franz Liszt, als dieser sich 1822 mit elf Jahren an dem Auftrag zu den Diabelli-Variationen beteiligt hatte."

 

Mit dieser Begrüßung der Bonner Pianistin Susanne Kessel bei ihrem Auftritt bei der Lese- und Erholungsgesellschaft  im Großen Saal des Hauses der evangelischen Kirche steigerte der Vorsitzende der Gesellschaft, Dr.Ulrich Spindler die ohnehin hohen Erwartungen der gut 40 Gäste an die bekannte Künstlerin.

 

Und die Besucher wurden nicht enttäuscht. Der Künstlerin merkte man von Beginn an an, wie sehr sie es genoss, nicht im virtuellen Raum, sondern vor „lebenden“ Menschen auftreten zu können.So bot sie den Zuhörern das Erlebnis eines besonderen Klavierabends. Frau Kessel spielte eine Auswahl von Klavierkompositionen aus Ihrem Kompositionsprojekt „250 piano pieces for Beethoven“, das sie vor sieben Jahren für das Beethoven-Jubiäum 2020 ins Leben gerufen hatte. Dazu hat sie viele bekannte und ihr befreundete Komponisten angeregt, kurze Klavierstücke in der Größenordnung der Bagatellen von Beethoven für das Jubiläumsjahr zu komponieren. Aus dieser bereits edierten Sammlung spielte Susanne Kessel zehn Kompositionen mit ganz unterschiedlichen Charakteren und Stilrichtungen, bei denen ein Bezug zu Beethovens Werken mehr oder weniger deutlich herauszuhören waren - darunter war auch eine Uraufführung. Außerdem trug sie einige Werke von Beethoven vor, einen Sonatensatz und drei Bagatellen, sowie einen sehr brillanten Sonatensatz von Christian Gottlob Neefe, einem Gründungsmitglied der Bonner LESE, der als Hofkapellmeister und Organist tätig war und Beethoven in Komposition unterrichtete.

 

 

Die Zuhörer erlebten ein insgesamt vielfältiges und spannendes Programm mit zeitgenössischer und klassischer Musik und dankten der Pianistin für die glänzenden Darbietungen und die detaillierten Erläuterungen der Klavierkompositionen mit großem anhaltenden Beifall. (OZ/de/Fotos: Preuss))