"Das leere Venedig - Ein Sehnsuchtsort in der Zeitenwende" - eine Rezension

Im Zusammenhang  mit dem kürzlich von Lesefreund Arnold E. Maurer gehaltenen Vortrag über Venedig weisen wir Interessenten auf ein kleines Büchlein zum selben Thema hin.

 

 

Langsam füllt sich Venedig wieder mit Touristen. Die Phase des „Atemholens“ für die Stadt ist vorbei.Während und unmittelbar nach der Pandemie in der ersten Jahreshälfte 2020 zog der venezianische Kulturjournalist Danilo Reato mit seiner Kamera durch die noch leeren Gassen der Stadt und hielt fest, was er lange nicht mehr erlebt hat: eine Stadt ohne Touristen, ein Venedig, das sich auf sich selbst besinnt und all seine fragile Schönheit erkennen lässt. Selbst die Tierwelt findet wieder ihren Platz (und sei es Platz zum Brüten auf einem Anleger). Das Wasser der Kanäle wird sauberer.

 

Gleichzeitig wirkt die Stadt seltsam unbelebt. Die für ihre Feste, ihre (soziale) Kleinteiligkeit und funktionierenden Sozialkontakte berühmte „Serenissima“ braucht wieder die Besucher, das Wirtschaftsleben soll wieder Fahrt aufnehmen. Die Diskussion um das Zurückdrängen wirtschaftlicher Interessen und das Ermöglichen eines zivilen Lebens hat abermals begonnen, schon um zu verhindern, dass „overtourism“ die Lagunenstadt wieder zur reinen, absolut überfüllten Kulisse werden lässt.

 

Danilo Reato: Das leere Venedig. Ein Sehnsuchtsort in der Zeitenwende. Einführender Text und Fotografien. Bonn: Edition Bonn-Venedig im Bonner Verlags-Comptoir 2020. ISBN 978-3-947838-05-9

69 Abbildungen, 56 Seiten, Hardcover, 14 Euro

 

Biographie:

Danilo Reato veröffentlichte (auch in deutscher Sprache) zahlreiche Bücher zu venezianischen Themen, vor allem zum venezianischen Karneval und den Kaffeehäusern der Stadt.

Im Bonner Verlags-Comptoir erschien als Originalausgabe 2019 der mit zahlreichen Abbildungen ausgestattete Band zum Karneval der Lagunenstadt, „Die Masken der Serenissima“ (ISBN 978-3-9816870-9-5).