Auf den Spuren des 30-jährigen Krieges an der Ahr - die Novemberwanderung

Die Anfahrt auf die Anhöhe bei Bad Neuenahr war kürzlich für einige von uns wegen Nebel im Ahrtal und unbekannter Wegführung eine kleine Herausforderung. Umso schöner war es für uns 21 Wanderer, dass wir mit viel Sonnenschein, gemütlichen - weitestgehend ebenen - Wegen und Pfaden sowie weiten Ausblicken entschädigt wurden.

Ausgangs- und Endpunkt war der Segel- und Sportflugplatz, der der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler gehört und von einem Verein betrieben wird. Auf der befestigten Piste von 500 m sahen wir einzelne Starts und Landungen von kleinen Motorflugzeugen. Umgeben ist der Flugplatz aufgrund der dort vorherrschenden nährstoffarmen Böden aus Sanden, Tonen und Kiesen von Busch- und Brombeerhecken sowie davon abgesetzt von Eichen- und Birkenwäldern.

Unser Weg führte uns zunächst leicht abwärts, und dann öffnete sich für uns an diesem Morgen am Feldrand dieser atemberaubende Blick über das im Nebel liegende Ahrtal:

 

Wir setzten unsere Wanderung oberhalb der Weinberge von Bad Neuenahr fort und erreichten dann auf einem moderaten Serpentinenweg durch den Eichenwald unsere ursprüngliche Höhe und nach wenigen Metern die „Karweiler Marienkapelle“.

Die Geschichte der Kapelle geht auf den Dreißigjährigen Krieg (1618 – 1648) zurück und ist in einem Heimatbuch festgehalten. Danach lieferten sich die Schweden einerseits und die Vereinigten Truppen deutscher Fürsten andererseits mit ihren Kanonen über das Bengener Tal hinweg einen heftigen Kampf. Aus der Angst heraus, dass dabei ihr Dorf Karweiler zerstört werden könnte, gelobten die Einwohner den Bau der Kapelle. Das Wunder trat tatsächlich ein. Sie errichteten und erhalten seither die Kapelle. 1956 erhielt der kleine Turm die Glocke, die zuvor in der angrenzenden Tongrube von Lantershofen die Tagewerke ein- und ausgeläutet hat. Auch heute noch ist die Kapelle eine wichtige Pilgerstätte.

Wir nutzten die gepflegte Umgebung der Kapelle auch zu unserer Wanderpause. Bedingt durch den Anstieg der Corona-Inzidenz haben wir uns anstelle der traditionellen Apfelschnitzel mit sogenannten Snickers gestärkt.

Anschließend umrundeten wir nun den Flugplatz weiter auf vorwiegend breiten Wirtschaftswegen. Bei klarer Sicht war uns von hier ein weiter Blick in nördlicher und östlicher Richtung nach Wachtberg und ins Siebengebirge vergönnt. Zugleich aber beanspruchten auch einzelne Wassertümpel und Matsch unsere Aufmerksamkeit.

Nach insgesamt etwa fünf Kilometer n erreichten wir zu unserem gemütlichen Abschluss die Gaststätte „Heidestube“. Bei vielen Gesprächen verwöhnten wir uns mit unterschiedlichen Getränken und guten Speisen und die einhellige Meinung war, dass wir – auch mit bedingt durch das Wechselspiel von Nebel und Sonne sowie die zauberhafte Herbstfärbung der Bäume und Sträucher - eine besonders schöne Wanderung erlebt haben.

Text: Karin und Ferdinand Schäfer; Fotos: Ulrich Spindler und Karin Schäfer