Auf abwechslungsreichen Wegen im Raum Oberpleis - die Märzwanderung

Ein Bericht von Ferdinand Schäfer

 

Unsere Wanderung mit insgesamt 26 Teilnehmern führte uns zunächst von der evangelischen Kirche Oberpleis aus in die südlich gelegenen Ortsteile Kellersboseroth und Hasenboseroth. Typischerweise ist das Pleiser Hügelland hier überwiegend ackerbaulich geprägt. Stets begleitet uns dabei der beeindruckende Blick auf den Ölberg, der höchsten Erhebung des Siebengebirges.

 

Während einer umfassenden Führung in der evangelischen Kirche wurden uns die Idee und die Umstände der hier errichteten „Bartning Notkirche Typ D“ nahegebracht.

 

Zum Zeitpunkt der Errichtung der Kirche war die Zahl der evangelischen Gemeindemitglieder durch den Flüchtlingszustrom von rund 150 auf 1000 gestiegen, die somit nicht mehr von Oberkassel aus umfänglich betreut werden konnten. Wir wurden daran erinnert, dass bereits zwischen 1946 und 1951 vom Hilfswerk der evangelischen Kirchen in Deutschland mit Hilfe internationaler Spenden 43 Bartning-Notkirchen errichtet wurden. In dem uns übergebenen Flyer wird ausdrücklich betont, dass nicht ein Provisorium, sondern dass eine „neue und gültige Gestalt aus der Kraft der Natur“ hier errichtet wird. Der Bau ist auf etwa 250 Besucher ausgelegt und vereint den Zentralraum (durchaus basilikamäßig) mit Seitenschiffen und dem hinteren Querschiff sowie die Altarseite mit Sakristei und Teeküche. Als Baumaterial dient eine sichtbare Holzkonstruktion, die mit Faserzementplatten ausgefacht und damals gebrauchsfertig angeliefert wurde. Das Grundstück selbst und die Ausschachtungsarbeiten wurden in Eigenleistungen von den Mitgliedern der Kirchengemeinde ein- bzw. erbracht. Die Kosten für die Holzkonstruktion wurde vom Hilfswerk der evangelischen Kirchen der Schweiz getragen. Die Kirche selbst wurde am 3. Advent 1949 eingeweiht.

Unsere LESE-Gruppe hat sich in der Kirche nicht nur wohl, sondern durchaus „heimelig“ gefühlt.

 

Unsere obligatorische Apfelpause fand anschließend vor dem neuen und angrenzenden Gemeindezentrum und erstmals – dem Coronavirus geschuldet – ohne Äpfel und dafür mit Schoko-Riegeln statt.

 

Wir setzten sodann unsere Wanderung durch das ansprechende Wohngebiet sowie durch das Geschäfts- und später das Schulzentrum von Oberpleis fort. Wir wanderten weiter vorbei am Sport- und Campingplatz und durchquerten den westlich gelegenen Ortsteil Weiler.

 

Auf dem Rückweg zum Zentrum erreichten wir das „Naturschutzgebiet Arche Lütz“. Aus der ehemaligen „Tongrube Oberpleis“ wurde von Dr. Til Macke und mit Hilfe der „Macke Stiftung Arche Lütz“ seit 1989 auf einer Fläche von 4,2 Hektar mit zwei Seen, mehreren Inseln, einer Wildblumenwiese und altem Baumbestand ein Artenparadies geschaffen mit seltenen und artenreichen Vögeln, Gänsen und Insekten. Im Zentrum liegt ein bis zu acht Meter tiefer See ohne Zulauf, in dem verschiedene Fischarten, Molche, Kröten, Frösche und eine Ringelnatter leben. Dr. Til Macke konnte auch einen Rechtsstreit erfolgreich bestreiten und danach das Gebiet jagdfrei stellen.

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Bei Dr. Til Macke handelt es sich um den ersten von vier Macke-Enkeln, der früher der Leitung des Laborgeräteherstellers Gerhardt in Oberdollendorf vorstand und zeitweise auch Vorsitzender der NABU-Kreisgruppe Bonn war.

 

Im nahegelegenen Restaurant „Pasta Mia“ in der Innenstadt fand unsere Wanderung den gemütlichen und verdienten Abschluss, wie wir ihn jedes Mal so sehr genießen.

 Fotos: Karin Schäfer/Spindler