"Zu Gast bei Goethe" - LESE feiert harmonisches Sommerfest auf und in der Bundeskunsthalle

(es/de). „Zu Gast bei Goethe“ - unter diesem Motto trafen sich kürzlich bei wolkenlosem Himmel und noch angenehmen Temperaturen von knapp unter 30° über 60 Mitglieder der LESE auf dem Dach der Bundeskunsthalle zu ihrem diesjährigen Sommerfest.

 

Einer ersten Begrüßung mit einem Glas Sekt (oder Mineralwasser) folgte ein geführter Rundgang durch die beiden auf dem Dach des Museums liebevoll nachgebauten Gärten – jenen nachempfunden, die Goethe in Weimar an seinem Gartenhaus an der Ilm und an seinem Stadthaus am Frauenplan angelegt hatte. Für Goethe waren seine Gärten nicht nur Nahrungslieferanten, sondern vor allem Inspiration wie auch Studienobjekte der Artenkunde. So konnte man dort eine Mischung von Gemüse- und Malvensorten, aber auch herrliche Rosen finden. Verschiedenste Asternsorten hat er mit Akribie in ihrem Wachstum, Blatt - und Blühformen beobachtet. Auch mediterrane ´Mitbringsel´ wie Acanthus waren dort zu bewundern - berühmt geworden als Ornament korinthischer Säulen.

 

Den lebhaften Erzählungen der Führerin, Frau Baetz, über Goethes Liebe zu den Gärten und den Frauen hätte die Lesegesellschaft noch länger lauschen können: doch es wartete im Restaurant ein mehrgängiges, Goethes kulinarischen Vorlieben nachempfundenes Buffet. Der Vorsitzende der Lese, Johann Hahlen, begrüßte dort noch einmal die Gäste und dankte der langjährigen Sekretärin, Heike Bollig-Müller, für ihre großen Leistungen in mitunter stürmischen Zeiten. Es gelang ihm, als äußeres Zeichen der Ehrung an ihrer Kleidung eine Schleife zu befestigen, wie sie nach der Ehrenordnung nur Damen erhalten dürfen, die sich um die Gesellschaft besonders verdient gemacht haben.

 

Nach den Hauptgängen lauschten die mehr als 60 Teilnehmer den Worten des Lesemitglieds Dr. Arnold E.Maurer, Germanist und Inhaber eines in Bonn residierenden Verlages zu dem Thema „Brüche und Umbrüche – Goethe“. Sein als Dinner Speech angekündigter Auftritt war weit mehr: Der inhaltlich geschliffene, sprachlich blendend modulierte Vortrag faszinierte Jung und Alt. (Den Text im Wortlaut veröffentlichen wir deshalb zum Nachlesen auf unserer Website.)

 

Wie von selbst entstand eine Stimmung sommerlich unbeschwerter Heiterkeit mit einem vertrauensvoll-freundschaftlichen Gedankenaustausch zwischen Menschen, die sich kennen und mögen. Großer Dank gebührt den beiden Organisatorinnen des Festes, Katja Roth und Karin Schwippert, denn alle waren sich einig: Wer nicht dabei war, hat viel versäumt. Und: „Zum nächsten Sommerfest kommen wir alle wieder …“

Fotos: Hetzner