Teils Jakobsweg, teils Wege des "Grünen C" - die Oktoberwanderung

Die Grundidee für unsere Oktoberwanderung stammt von Ruth Rehm, der Frau des früheren LESE- Vorsitzenden Dr. Georg Rehm. Die Tour enthält daher einige Anknüpfungspunkte

zur Geschichte der LESE. Zudem – auch nennenswert – bleiben wir einmal wieder auf der linken Rheinseite, zum Teil auf dem Jakobsweg und den Wegen des „Grünen C“.

 

Die letzten Touren verliefen weitgehend rechtsrheinisch, im September ausgehend von der Schwarzrheindorfer Doppelkirche, wunderbar und interessant geplant und arrangiert von Doris und Volker Busse.

 

Im Oktober starten wir in Alfter, wandern über Gielsdorf und Oedekoven nach Lessenich

und zurück zum Ausgangspunkt, insgesamt ca. neun Kilometer, ohne nennenswerte Steigungen.

 

Wir treffen uns am

Sonnabend, dem 2. Oktober 2021 um 09:30 Uhr

auf dem Parkplatz des Hotels und Gasthaus „Spargel Weber“

Knipsgasse 24, 53347 Alfter, Tel.: 02222-2279,

wo wir gegen 12:30 Uhr einkehren werden.

 

Die Anreise nach Alfter ist sicher bekannt, innerhalb des Ortes den Hinweisen „Spargel

Weber“ folgen, wobei niemanden der „Spargel“ im Restaurant – Namen irritieren sollte. Die

Karte bietet ausreichend Gerichte jenseits der weißen Stangen.

 

Wir freuen uns auf ein gesundes harmonisches Beieinandersein – auch mit Gästen, versteht sich.

 

Ewald Stöwe

Wie aktuell ist Machiavelli? Arbeitskreis "Aufklärung und Zeitgeist" tagt wieder

Auch der Arbeitskreis „Aufklärung und Zeitgeist“ nimmt nach einer langen pandemischen Pause seine Tätigkeit wieder auf. Er trifft sich

 

am Montag, dem 27. September, 16:30 Uhr, im Clubraum neben unserem Büro.

 

Es soll das Thema „Machiavelli“ behandelt werden, wie es schon für den 23.03.2020 vorgesehen war;

der damalige Termin musste aufgrund von Corona ausfallen.

 

In dem damaligen Einleitungstext hieß es: „Diskutieren wollen wir darüber, ob die zu Beginn des 15. Jahrhunderts niedergeschriebenen Empfehlungen Machiavellis für die Leiter eines Staatswesens nurmehr mittelalterliche Historie oder noch aktuell bedeutsam sind.

Dessen Grundauffassung findet sich in den Sätzen: „Zwischen dem Leben, wie es ist, und dem

Leben, wie es sein sollte, ist ein so gewaltiger Unterschied, dass derjenige, der nur darauf sieht, was geschehen sollte, und nicht darauf, was in Wirklichkeit geschieht, seine Existenz viel eher ruiniert als erhält. Ein Mensch, der immer nur das Gute möchte, wird zwangsläufig zu Grunde gehen inmitten von so vielen Menschen, die nicht gut sind. Daher muss sich ein Herrscher, wenn er sich behaupten will, zu der Fähigkeit erziehen, nicht allein nach moralischen Gesetzen zu handeln.

 

Unter diesem Aspekt lohnt sich eine Debatte über die Nützlichkeit von Freigebigkeit und

Sparsamkeit, Härte und Milde, Wortbruch und Ehrlichkeit – und auch über die Nützlichkeit des politischen Mordes. Nicht besprechen wollen wir – obgleich sie in Machiavellis Hauptwerk Der Fürst (Il Principe) breiten Raum einnehmen – Fragen der Heeresorganisation, des Festungsbaus und der Eroberungskriege.“

 

Das Gespräch über diese Fragen wollen wir jetzt nachholen. Achtung: Wir beginnen um 16:30 Uhr und nicht wie sonst um 17:30 Uhr, weil um 19:00 Uhr im Haus der Bildung in Bonn eine Veranstaltung zum 100. Todestag von Engelbert Humperdinck beginnt, bei der unsere LESE als Mitveranstalterin auftritt.

 

Eine formlose kurze Mitteilung der Teilnahme – per E-Mail oder telefonisch an unser Sekretariat oder beim Organisator (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! bzw. 0228/664390) würde die Vorbereitung erleichtern.

Erinnerungen an die Castra Bonnensia - Ein Spaziergang durch Bonns altes Römerlager

 Zu einem Stadtspaziergang unter der Führung von unserem Mitglied Winand Kerkhoff durch den römischen Teil der Stadt Bonn trafen sich kürzlich zwölf Mitglieder der LESE in Bonn-Castell. Versehen mit einer Vielzahl von Details, die im folgenden gar nicht alle benannt werden können, wurden wir herangeführt an die Zusammenhänge der historischen Entwicklung dieses engen Bonner Stadtgebiets.

Schon vor der Zeit der Römer gab es im heutigen Beueler Raum ein kleines, keltisch-ubierisches Dorf, dessen Bewohner von Fischerei und Handel lebten und das sich von dort auch auf die linke Rheinseite ausdehnte. Als die Römer 11 v. Chr. auftauchten, wurde die inzwischen auf der westlichen Rheinseite entstandene Siedlung nach dem wahrscheinlich ubierischen Namen "Bonna" benannt. Die Römer bauten wohl auch eine sogenannte "schwimmende" Brücke über den Rhein.

Nero Claudius Drusus selbst, ein römischer Feldherr, legte Kastelle als Operationsbasen für die Eroberung von Germanien an. Zum Schutz der Provinz verteilte er dazu Befestigungen und Wachtposten bis hin zur Maas, zur Elbe und zur Weser. Am Rheinufer errichtete er mehr als 50 Kastelle. Selbstverständlich hat diese Epoche mancherlei ethnische und soziale Veränderungen bewirkt. Das Römerkastell in Bonn gehörte jedenfalls zu dem von Drusus angelegten System von befestigten Plätzen, von denen aus das Umland erkundet und das Rheinufer vor Germanen geschützt werden sollte.

Die „Castra Bonnensia“ wurde als Legionsfestung 40 n .Chr. errichtet. Sie lag nördlich von der heutigen Innenstadt an einem alten Übergang über den Rhein, zumindest bei Niedrigwasser. Ihr fast quadratischer Grundriß war 528 m breit und 524m lang. Sie ist im heutigen Straßenbild zwischen den Straßen „Rosental, Augustusring, Rheindorfer Straße und Rheinpromenade sowie mit ihrer zentralen Römerstraße immer noch gut zu erkennen. Kenntnisse dazu bieten vor allem die Grab- und Weihesteine. So kennen wir gut 200 Soldaten der Bonner Legion Flavia Minervia mit Namen. Ein informativ gestaltetes Modell der Castra Bonnensia befindet sich im Innenhof der Wohnanlage zwischen Graurheindorferstraße und Drususstraße.

Am Rande des ständig wachsenden Militärlagers entstand auch eine Handwerkersiedlung, die sich vor allem entlang der heutigen Adenauerallee bis zur Gronau (Nordende des Rheinauenparks) ausdehnte. Die keltisch-ubiersche Siedlung und das nördlich davon liegende Drususkastell waren somit die Keimzellen, aus denen sich später die Stadt Bonn entwickelte.

Ein Anlass unseres Spaziergangs war die Aufnahme des Limes und - als ein Teil davon - die Castra Bonnensia im Juli 2021 in die Liste des Unesco-Weltkulturerbes. Wir als Gruppe wurden selbst auch Zeuge davon, dass Reste der Anlage immer wieder im Bonner Norden im Zuge einer Bebauung gefunden und dann fortlaufend kartiert werden.

Zum Schluss führte uns der Weg am Römerkran vorbei und über den Leinpfad entlang des Rheins zum Biergarten „Im Schänzchen“. Insgesamt haben wir wieder ein gelungenes Zusammensein erlebt.

Text: Ferdinand Schäfer Fotos: Raymund Preuss

 

Beklemmender Ausflug in die Vergangenheit - LESE besucht ehemalige NS - Ordensburg Vogelsang

Nach vielen Monaten Covid-19-Blockade war die LESE-Familie jetzt endlich wieder unterwegs:

LESE-Freund Dr. Hans-Dieter Wolkwitz hatte schon im vergangenen Jahr einen Tagesausflug in die Nordeifel zur ehemaligen NS- Ordensburg Vogelsang vorgeschlagen. Nun konnte unsere Veranstaltungsmanagerin Christel Pfletschinger das Vorhaben realisieren. Und für 17 LESE-Freundinnen und Freunde wurde es ein hochinteressanter Tag. Busfahrer, Eifellandschaft und Wetter zeigten sich von ihren besten Seiten.

 

Hoch über dem Urftstausee von 1904 gelegen, der sich wie ein breiter Fluss durch das Eifeltal schlängelt, ist die ehemalige NS-Ordensburg Vogelsang eines der größten, aus der Zeit des Nationalsozialismus erhaltenen Bauensembles. Ab 1934 von der „Deutschen Arbeitsfront“, der Nachfolgeorganisation der von den Nazis aufgelösten Gewerkschaften, gebaut, sollte in dieser und drei anderen sog. Ordensburgen der Führungsnachwuchs der NSDAP ausgebildet werden.

 , Bundesarchiv

Mit Heinz Zohren hatte unsere LESE-Gruppe einen besonders engagierten und kundigen Erläuterer gebucht, der mit uns zwei Stunden über das Plateau und in verschiedene Gebäude, wie Kaminzimmer, Burgschenke und Truppenkino ging und uns die Menschen verachtende, verbrecherische Ideologie erläuterte, welche von 1936 bis zum Kriegsausbruch 1939 den ca. 500 jährlichen Lehrgangsteilnehmern vermittelt wurde: In einer martialischen, geradezu gigantisch geplanten Architektur sollten besonders zuverlässige Parteigenossen zu „arischen Herrenmenschen“ erzogen werden, die die zu erobernden Ostgebiete und die dort lebenden „Untermenschen“ auszubeuten hatten.

 

Nach 1945 wurden die Gebäude zunächst von der britischen Armee und ab 1950 bis 2005 von den belgischen Streitkräften als Quartiere für den umliegenden Truppenübungsplatz genutzt. Seit 2006 ist das Gelände zu einem „Erinnerungsort“ mit einer Dauerausstellung zur NS-Ideologie des „Herrenmenschen“ umgestaltet worden, in dem auch der „Nationalpark Eifel“ mit einer Ausstellung vertreten ist.

 

Es waren bedrückende Eindrücke, die nach der Führung unsere LESE-Gruppe recht nachdenklich von der Cafe-Terrasse der ehemaligen NS-Ordensburg in die so schöne Eifellandschaft sehen ließen. So war es durchaus keine „Vergnügungsfahrt“, für die alle Teilnehmer/innen der Organisatorin Christel Pfletschinger zurück in Bonn herzlich dankten.

 Text: Johann Hahlen; Fotos: Hahlen, Bundesarchiv

 

 

 

 

Natur und Technik - Septemberwanderung mit Drei -Kirchen -Blick und S 13 Bahnneubau

Bei herrlichem Spätsommer-Wetter nahmen kürzlich 20 LESE-Freunde an der September-Wanderung teil. Sie begann am Parkplatz zu Füßen der Schwarzrheindorfer Doppelkirche und führte uns dann zum Vilicher Bach, der unlängst als Ausgleich für den Neubau der Bahnstrecke S 13 renaturiert worden ist. Höhepunkte dieses Weges waren insbesondere der Blick auf die Vilicher Stiftskirche St. Peter und später auf die Burg Lede.

Am Bach entlang wanderten wir bis zum Bahndamm der im Neubau befindlichen S 13. Dort war im Bereich der Hammstraße vor wenigen Tagen die Brücke zur Unterführung der Bahnstrecke neu gebaut worden. Wegen der Erweiterung der Bahn auf vier Gleise musste die alte Brücke durch eine neue ersetzt werden. Dieser Neubau war außerhalb der Bahn gefertigt worden, so dass er nun in das Schienenbauwerk hineingeschoben werden konnte.

 

Nach Betrachtung des interessanten Bauwerks führte uns die Wanderung über Feldwege bis und dann durch Geislar mit seiner Kirche St. Joseph. Von dort nahmen wir einen Wiesenweg Richtung Schwarzrheindorf zu einem markanten solitär stehenden Baum, von wo aus – wenn nicht gerade hochwüchsige Maispflanzen den Blick versperren – die drei Kirchen von Vilich, Geislar und Schwarzrheindorf gesehen werden können. An diesem Baum mit Dreikirchen-Blick machten wir unsere Apfelpause.

Danach wanderten wir wieder auf die Schwarzrheindorfer Doppelkirche zu, nahmen aber dabei noch einen Schlenker vorbei am Jüdischen Friedhof, dem Rheindamm und dem Bauwerk zur Einmündung des Vilicher Bachs in den Rhein. Ausklang war schließlich auf einer großen Wiese in der Nähe des Rheins, wo uns das Gasthaus Assenmacher mit Speis und Trank verwöhnte.

 Text:Doris und Volker Busse  Fotos:Raymund Preuß