Im Wortlaut: "Der Wiener Kongress" - Vortrag von Hansjörg Dellman beim Pirandello - Tisch

(de)"Der Wiener Kongress" war Thema eines Vortrags von Hansjörg Dellmann beim Pirandello - Tisch. Aufgrund des großen Interesses veröffentlichen wir den Text des Vortrags im Wortlaut.

 

Die Ausgangslage

 

Um die Ausgangslage des W.K. und seine Aufgabenstellung richtig einordnen zu können, muss man sich kurz vergegenwärtigen, wie die Landkarte Europas Ende des 18. Jahrhunderts aussah, also etwa um das Jahr 1789, dem Beginn der Französischen Revolution. Zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation gehörten nicht nur die großen deutschen Länder Preußen, Sachsen, Bayern usw., sondern auch ca. 300 unabhängige, souveräne Kleinstaaten und zahllose geistliche und weltliche Herrschaftsgebiete. Deren Formen umfasste alles von der absoluten Alleinherrschaft über das geistliche Regiment der Kirche bis hin zu republikanischen Stadtverfassungen. In den Jahren bis 1814, dem Beginn der W.K., fand ein atemberaubender Umbruch statt. Dafür sorgten nicht nur die französische Revolution und der rasante Aufstieg Napoleons, sondern auch die damit verbundene Dynamik jenseits von Frankreich. Durch die Säkularisation auf Grund des Reichsdeputationshauptschlusses (1803) gingen die kirchlichen Fürstentümer und Reichsabteien unter, von 51 selbständigen Reichsstädten behielten nur 6 ihre Unabhängigkeit. Die weltlichen Fürsten, die linksrheinische Gebiete an Frankreich verloren hatten, sollten hierfür mit rechtsrheinischen Gebieten entschädigt werden. Mit der Niederlegung der Kaiserkrone durch Franz II folgte 1806 die Auflösung des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation.

 

Auf Betreiben Napoleons gründeten 16 deutsche Fürsten im Zuge der Auflösung des Reichs den Rheinbund - eine Konföderation, die Napoleon in erster Linie als unterstützendes Militärbündnis nutzte. Nach der Niederlage Napoleons in der Völkerschlacht bei Leipzig 1813 löste sich der Rheinbund auf. Im Vertrag von Fontainebleau (April 1814) entschieden die vier Alliierten (Russland, England, Preußen und Österreich) über das weitere Schicksal Napoleons. Dank der unverständlichen Großzügigkeit von Zar Alexander beließ man Napoleon seinen kaiserlichen Titel, übertrug ihm die Herrschaft über die Mittelmeerinsel Elba, überließ ihm 6oo Mann seiner Garde und gestand ihm eine durch Frankreich zu zahlende großzügige Pension zu - ein großer Fehler, wie sich noch zeigen sollte. Im Mai 1814 wurde von den vier Alliierten mit Außenminister Talleyrand als Vertreter des eilig inthronisierten Bourbonenkönigs Ludwig XVIII der sog. Pariser Frieden geschlossen. Mit ihm wurden die Koalitionskriege beendet und insbesondere Regelungen über den Gebietsbestand Frankreichs getroffen, wobei es weitgehend bei den Grenzen des Jahres 1792 blieb. Alle weiteren territorialen Fragen sowie sonstige Regelungen blieben dem Wiener Kongress überlassen.

 

Die Teilnehmer

 

Die Hauptakteure des WK waren zunächst einmal die Unterzeichner des Pariser Friedens, also die 4 Alliierten Russland, England, Österreich und Preußen neben dem besiegten Frankreich sowie Schweden, Portugal und Spanien als Mitunterzeichner des Vertrags. Da es in Wien letztlich um den Neuzuschnitt Deutschlands, ja teilweise Europas ging, war die Teilnahme aller großen und kleinen Potentaten angesagt. Denn seit dem Westfälische Frieden 1648 war es zu einem ungeschriebenen Gesetz der europäischen Staatenpolitik geworden, dass jede Veränderung der europäischen Balance der Mitwirkung aller Glieder der Staatenfamilie bedurfte. Allein aus deutschen Landen waren von Anhalt-Dessau über Sachsen-Meiningen bis Waldeck-Pyrmont 32 deutsche Staaten und Stätlein in Wien präsent. Dazu kamen, um nur einige zu nennen, z.B. Vertreter der ehemaligen Reichsritterschaft, des Johanniterordens oder der Juden der norddeutschen Hansestädte. Insgesamt zählte man Repräsentanten von ca. 200 Staaten, Herrschaften, Körperschaften, Städten und Gemeinschaften. Darüber hinaus fanden sich zahlreiche Interessenvertreter ein, z.B. eine Abordnung der Kölner Schiffer, denen an einer freien Binnenschifffahrt gelegen war. Oder der Verleger Cotta, der sich mit Leipziger Buchhändlern für ein Verbot des Nachdrucks und die Aufhebung der Zensur einsetzte.

 

Die Arbeitsweise des Kongresses

 

Schon im Vorfeld des Kongresses hatten sich die vier Siegermächte verständigt, Plenarversammlungen tunlichst zu vermeiden, deren Verlauf sie möglicherweise nicht steuern konnten. So vermochte man auch protokollarische und diplomatische Rangstreitigkeiten weitgehend zu vermeiden. Im übrigen entsprach dieses Verfahren auch der Tradition großer europäische Friedenskongresse, etwa des Westfälischen oder der in Nimwegen oder Utrecht.

 

Weiterhin hatten die vier Alliierten beschlossen, unter sich ein Viererkomitee zu bilden, dem alle wichtigen Fragen vorbehalten sein sollten und an das alle Berichte anderer Kommissionen zu adressieren waren. Dem Geschick Talleyrands war es zuzuschreiben, dass aus diesem Leitgremium alsbald eine Fünferkommission unter Einschluss Frankreichs wurde.

 

Im übrigen wurden für die verschiedenen Problembereiche insgesamt 13 Kommissionen oder Komitees eingerichtet, deren Mitglieder in der Regel gut vorbereitet nach Wien kamen und die insgesamt für eine stärkere Professionalisierung der Kongressarbeit sorgten. Die wohl schwierigste Arbeit oblag dem Deutschen Komitee, die Stichworte Verfassungsfrage und Neuzuschnitt der Grenzen mögen genügen. Zwei Komitees wurden für die Niederlande und die Schweizerische Eidgenossenschaft eingerichtet. Die Statische Kommission hatte die territorialen und damit auch Bevölkerungsverschiebungen vorzubereiten, wobei der politische Wert eines Gebietes nicht in Hektar oder Quadratkilometern, sondern an der Zahl seiner Bewohner, gewöhnlich "Seelen" genannt, gemessen wurde. Eine Rangkommission hatte sich mit den Problemen des diplomatischen oder politischen Ranges zu befassen. Die Schifffahrtskommission behandelte die Freiheit der Schifffahrt auf dem Rhein und anderen Binnengewässern. Aus deutscher Sicht weniger bedeutsam war die Arbeit der Abolitions- kommission, in der es um die Abschaffung des Sklavenhandels ging - ein Problem, das unter den Kolonialmächten England, Frankreich, Spanien und Portugal sehr kontrovers diskutiert wurde.

 

Während die Verhandlungen, die zum Westfälischen Frieden führten, in Münster und Osnabrück ausschließlich von Gesandten und Bevollmächtigten geführt wurden, war die Situation in Wien eine andere. Die nahezu ständige Anwesenheit von Monarchen und Ministern führte dazu, dass viele Dinge mündlich, oft unter vier Augen besprochen wurden, auch z.B. am Rande gesellschaftlicher Veranstaltungen. Hochpolitische Themen wie die Polenfrage oder die Aufteilung Sachsens waren von vorneherein den Entscheidungen der Monarchen vorbehalten.

 

Metternich, der unter den verhandelnden Akteuren sicher die größten Freiheiten hatte (oder sich nahm), betrachtete den WK als Gelegenheit, "die Repräsentanten der Großmächte zusammenzuführen und sie gegen über den Vertretern der europäischen Staatenfamilie ihre Entscheidungen erläutern zu lassen". Das war gewiss eine eigenwillige Einschätzung, entsprach aber in weiten Teilen der Realität. Denn "der Einfluss der Staaten unterhalb der Großmachtgrenze auf die Grundsatzentscheidungen war alles in allem sehr beschränkt, sieht man vielleicht von den deutschen Mittelstaaten ab, die dem Deutschen Bund ihren Stempel aufzudrücken vermochten" (Duchhardt S. 79 f. ).

 

Die Logistik

 

Wien hatte damals ca. 250 000 Einwohner. Es war nach London und Paris die drittgrößte Stadt Europas. Allein im September 1814, also zu Beginn des Kongresses, zählte man 16 000 Neuankömmlinge. Mehrere Schätzungen sprechen von 100 000 Besuchern des Kongresses. Wenn man nicht nur die Kongressteilnehmer, sondern auch deren Dienerschaft, Gefolge, Leibwachen und die Tausende im Umland rekrutierten Dienstboten mit einrechnet, dürfte es zumindest eine hohe fünfstellige Zahl gewesen sein.

 

Adam Zamoyski, britischer Historiker mit polnischen Wurzeln, hat zum 200. Jubiläum des WK mit dem Buch "1815 - Napoleons Sturz und der Wiener Kongress" eine farbige Schilderung des Kongresses abgeliefert. Hören wir ihn zur Unterbringung der VIP´s unter den Gästen im Original: "Die gekrönten Häupter mit ihrem Hofstaat, darunter Dutzende Höflinge und Adjutanten, wurden in der Hofburg untergebracht. Für deren Rundumversorgung wurden alleine 1500 Dienstboten eingestellt. Jedem Souverän und seinem Gefolge musste außerdem eine ausreichende Anzahl an Kutschen zur Verfügung stehen, was den Bau von über 100 neuen dunkelgrünen Fahrzeugen mit dem Habsburger Wappen auf den Türen erforderlich machte, außerdem die Bereitstellung hunderter Kutscher und Stallknechte in kaisergelber Livree sowie 1200 weißer Pferde, die alle gestriegelt, gefüttert, getränkt und so eingeteilt werden mussten, das sie jedem Monarchen oder Begleiter zu jeder Tages- und -Nachtzeit bereit standen" (Zamoyski S. 291).

 

Und mit Freude an Superlativen schildert er die anwesenden gekrönten Häupter und fährt dann fort :"Zusammen mit den Ehefrauen, Söhnen und Töchtern, die einige von ihnen mitbrachten, und den Großherzögen, Herzögen und Fürsten in sämtlichen Formen und Formaten bildeten sie die größte königliche Zusammenrottung, die Europa je gesehen hatte. Ihre Gefolge aus Ministern, Botschaftern, Stallmeistern, Adjutanten und Zofen stellten, gemeinsam mit dem österreichischen Hof und der Wiener Gesellschaft, die größte je da gewesene Zusammenkunft von Adeligen dar. Und die schiere Zahl derjenigen, die in die Stadt strömten, um ihre Interessen zu vertreten, sollte den Kongress zur größten diplomatischen Arena machen, die es je gehabt hatte" (Zamoyski S. 293).

 

Bei so vielen interessanten Gästen in der Stadt war der Nachrichtenhunger des Gastgebers verständlicherweise sehr groß. Metternich hatte schon deutlich vor Kongressbeginn den Chef der "Obersten Polizei- und Censur- Hofstelle" angewiesen, für eine wirksame Überwachung der zahlreichen

wichtigen Gäste Vorsorge zu treffen. So wurden dann Hunderte von Agenten in der Stadt rekrutiert - unter dem Dienstpersonal, den Kauf- und Wirtsleuten, den Kutschern und Vermietern. Diener wurden aufgefordert, sich in den Gesandtschaften und Unterkünften ausländischer Delegationen um eine Stellung zu bemühen. Sie sollten Gespräche belauschen sowie Briefe und Dokumente "ausleihen". Auch in den Poststationen, in denen Kuriere ausländischer Delegationen die Pferde wechseln mussten, wurden Briefe und Depeschen "inspiziert". Aus all den gewonnen Nachrichten wurden tägliche Berichte erstellt, die Kaiser Franz und Metternich persönlich vorzulegen waren. Wie groß die daraus zu ziehenden Erkenntnisgewinne waren, ist leider nicht überliefert.

 

Die Hauptakteure

 

Bei der Darstellung der Hauptakteure beschränke ich mich auf die 4 Alliierten (Österreich, Russland, Preußen, England) und Frankreich.

 

Österreich

 

Fangen wir mit dem Gastgeberland an. Kaiser Franz I hielt sich während des Kongresses weitgehend im Hintergrund und überließ Metternich zumeist die Gastgeberrolle. Als Kaiser Franz II hatte er sich Napoleon 1806 beugen und die Auflösung des Heiligen Römischen Reichs durch Niederlegung der Kaiserkrone akzeptieren müssen. Und 1809 musste er notgedrungen der politisch motivierten Verehelichung seiner Tochter Marie-Louise mit Napoleon zustimmen, um den Fortbestand der Habsburger Monarchie zu sichern. Da er bei großen Veranstaltungen das Rampenlicht scheute und auch das Strippenziehen hinter den Kulissen ihm nicht lag, blieb sein Einfluss offensichtlich sehr begrenzt.

Ganz anders die Rolle seines Außenministers, des Fürsten Metternich. In Koblenz geboren war er früh in kaiserliche Dienste getreten und als Botschafter in Dresden, Berlin und auf Napoleons Wunsch in Paris auf Posten gewesen. 1809 wurde er Außenminister - ein Amt, das er 39 Jahre inne hatte (ab 1821 neben dem Amt des Staatskanzlers). Trotz einer guten Portion Eitelkeit und eines großen Egos hatte er Charme und ein gewinnendes Wesen, so dass ihm die Rolle des inoffiziellen Präsidenten des Kongresses wie auf den Leib geschrieben war. Den Monarchen trat er auf Augenhöhe entgegen, mit Zar Alexander ging er keinem Streit aus dem Wege, so dass dieser mehrfach von Kaiser Franz die Abberufung Metternichs forderte. Doch Franz wusste, was er an seinem erfolgreichen Außenminister hatte und hielt seine schützende Hand über ihn. Politisch war Metternich daran gelegen, eine Schwächung des nachnapoleonischen Frankreichs zu vermeiden, um gemeinsam - auch mit England - den russischen und preußischen Landhunger leichter begrenzen zu können.

 

Russland

 

Von den in Wien anwesenden drei Monarchen der Siegerallianz stand Zar Alexander I mit Abstand am deutlichsten im Vordergrund. Ein Mann mit einem schwierigen Charakter, der mit seinem Charme die Menschen leicht für sich einnehmen konnte, auf der anderen Seite aber sehr stimmungsabhängig war und sein Gegenüber schnell vor den Kopf stoßen konnte. Er war gesellschaftlich sehr aktiv, auf allen Veranstaltungen präsent, einer der eifrigsten Tänzer - ein Salonlöwe, dem allerdings die Weltläufigkeit eines Metternich und die Würde eines Staatsoberhauptes fehlte. Seine Amouren in aller Öffentlichkeit wirkten auf Viele abstoßend. Auf der anderen Seite neigte er zu religiös- mystischen Schwärmereien. Er betrachtete sich als "Werkzeug Gottes" und war dementsprechend nahezu beratungsresistent. Politisch war er von der Idee besessen, ein Königreich Polen unter russischer Oberhoheit zu schaffen - ein Plan, der in Wien keinerlei Unterstützung fand. Die Hartnäckigkeit, mit der er dieses Vorhaben verfolgte, brachte Ende 1814 tatsächlich eine akute Kriegsgefahr auf. Erst ein offener Brief Talleyrands entschärfte die Situation mit dem Hinweis, dass Alexanders Plan die gesamte Zielsetzung des WK gefährde und auf allgemeine Ablehnung stoße.

Die in die allgemeinen Kongressberatungen eingebundenen Vertreter Alexanders, nämlich Staatssekretär Nesselrode und der amtierende Außenminister Capodistrias waren nicht zu beneiden. Denn der Zar, der seinem eigenen Apparat grundsätzlich misstraute, behielt sich alle wesentlichen Entscheidungen persönlich vor.

 

Preußen

 

König Friedrich Wilhelm III stand deutlich im Schatten von Zar Alexander. Von Natur aus eher scheu und von etwas linkischem Auftreten wurde er gelegentlich als "Adjutant" des Zaren bezeichnet, dem er ja auch sein politisches Überleben und das Preußens nach der Niederlage gegen Napoleon 1807 in Tilsit verdankte. Schon bisher hatte er - ohne große Visionen - die Dinge überwiegend seinen Ministern überlassen. Von Wilhelm von Humboldt stammt das Urteil über den Monarchen: "Den König sehe ich in Geschäften eigentlich gar nicht, was im Grunde ein Gewinn ist". Als Kompensation der erlittenen Gebietsverluste musste Friedrich Wilhelm - so erwartete es die Öffentlichkeit in Berlin - aus Wien mindestens den Erwerb Sachsens nach Hause mitbringen. Dies umzusetzen war die Aufgabe des preußischen Staatskanzlers Fürst Hardenberg, der in Wien Wilhelm von Humboldt an seiner Seite hatte. Beide waren sehr gut vorbereitet zum Kongress gekommen - mit Plänen für die künftige territoriale Ordnung Europas und insbesondere für die Zukunft Deutschlands. Die Sachsen- Polen-Frage war ihr schwierigstes Problem, doch die endgültigen Entscheidungen wurden letztlich eine Etage über ihnen getroffen.

 

England

 

Das vereinigte Königreich war ohne Monarchen vertreten. Der König, George III, war wegen seiner unheilbaren Geisteskrankheit handlungsunfähig und sein Sohn, der Prinzregent und spätere König George IV, blieb in London, denn die britische Verfassung ließ es nicht zu, dass das Staatsoberhaupt das Land verließ. So wurde England in Wien in der Anfangszeit von Außenminister Castlereagh vertreten, der sich freilich, wenn auch nur durch Kuriere, fast täglich mit Premierminister Liverpool abstimmte. In der Schlussphase des Kongresses wurde Castlereagh aus innenpolitischen Gründen nach London zurückgerufen, an seine Stelle trat der Admiral Wellington, der aber mehr in militärischen als in politischen Kategorien dachte. England als insulare Seemacht ohne nennenswerte Landstreitkräfte hatte sich an den Kämpfen auf dem Kontinent nur mit Finanzhilfen beteiligt. Da es keine territorialen Ansprüche hatte, war Außenminister Castlereagh in der Lage, in manchen brisanten Situationen mit Kompromissvorschlägen für Entspannung zu sorgen.

 

Frankreich

 

Diffizil war die Rolle, die Frankreich auf dem Kongress zufiel. Als der ehemalige Feind, zu dem Napoleon das Land gemacht hatte, stand es in Wien nun insbesondere den 4 alliierten Siegermächten gegenüber. Auf der anderen Seite war im Pariser Vertrag vom Mai 1814 bereits über die Grenzen des Landes und über das Schicksal Napoleons entschieden worden. Und die Rückkehr der Bourbonen in Gestalt Ludwigs XVIII war vollzogen. Der König hielt es für besser, nicht in Wien zu erscheinen, vielmehr betraute er den erneut ernannten Außenminister Talleyrand mit der Vertretung Frankreichs. Der ehemalige Bischof hatte keine einfache Ausgangslage. Von 1795 bis 1807 hatte er bereits Napoleon als Außenminister gedient, ehe er sich von ihm absetzte, weil er dessen immer schrankenlosere Hegemonialpolitik nicht mehr mittragen wollte. Die Situation, dass Frankreich keine territorialen Forderungen zu erheben hatte, nutzte Talleyrand zu seinem Vorteil. Da Frankreich auf dem Kongress nichts zu gewinnen hatte, konnte er als Anwalt einer gerechten Ordnung auftreten, um mit dieser Haltung Frankreichs Isolation zu überwinden und seinen Platz unter den Großmächten wieder einzunehmen. Ohne weitere Parteinahme wollte er als Vorkämpfer für Legitimität und Völkerrecht auftreten und dabei auch noch moralische Überlegenheit demonstrieren. Mit dieser Rolle Frankreichs als einziger Großmacht, der es nicht um den eigenen Vorteil ging, fand er gerade unter den kleinen deutschen Fürsten zahlreiche Anhänger. Und als es ihm gelang, England und Österreich auf seine Seite zu ziehen, gaben auch Russland und Preußen nach und machten aus dem Vierer- ein Fünferkomitee. Fortan saß Frankreich gleichberechtigt am Tisch der Großen Vier, Talleyrand hatte sein Ziel erreicht, dass Frankreich wieder im Konzert der Großmächte mitspielen konnte.

 

Die Rolle von Friedrich von Gentz

 

Gentz wird häufig als "Sekretär des Kongresses" bezeichnet. Er stand in österreichischen Diensten und war dort zur rechten Hand Metternichs avanciert. Ausgestattet mit einer guten Feder hat er immer wieder Papiere verfasst, nicht nur im Auftrag Metternichs. Er war auch für die Wiener Kongressakte verantwortlich und somit für den bürokratischen Teil des Kongresses eine eminent wichtige Figur. In schwierigen Situationen übernahm er gelegentlich die Rolle eines Mittlers zwischen verschiedenen Ministern. Von Talleyrand und Castlereagh sei er -so heißt es - für diese Dienste auch reich belohnt worden.

 

Die Ergebnisse des Kongresses

 

Bei der Fülle der Verhandlungsgegenstände muss ein Blick auf die Ergebnisse sich auf die großen Linien beschränken. Denn anderenfalls besteht die Gefahr, sich in zu viele Einzelheiten zu verlieren. Fangen wir mit den territorialen Veränderungen an. Das Tauziehen um Polen führte im Ergebnis zur sog. 4. Polnischen Teilung. Der Hauptteil Polens fiel als sog. "Kongresspolen" an Russland - als Königreich, das in Personalunion mit Russland verbunden wurde. Österreich erhielt Teile Ostgaliziens, an Preußen fielen Westpreußen mit Danzig und Thorn sowie der Bezirk Posen.

Auch Sachsen wurde geteilt. Der nördliche Teil (etwa die Hälfte) fiel an Preußen, allerdings verblieben die beiden Städte Leipzig und Dresden beim nunmehr dezimierten Königreich. Da dort 2/3 der Bevölkerung lebten, musste für die fehlenden Einwohner, die sog. "Seelen", anderwärts Ersatz gefunden werden. Dies war im Wesentlichen im Rheinland der Fall - die beiden Provinzen Jülich- Kleve- Berg und Großherzogtum Niederrhein (mit Sitz in Koblenz). Sie bildeten die neue preußische Rheinprovinz.

Eines der schwierigsten Probleme war die Lösung der deutschen Frage, sprich: Die Verfassungsfrage, die im Pariser Frieden geradezu zum Hauptauftrag des künftigen Kongresses erhoben worden war. Hier gingen die Interessen der kleinen, der mittleren und der großen Staaten weit auseinander, auch die Standpunkte liberaler und konservativer Protagonisten. Deshalb war es kein Wunder, dass man sich letzten Endes nur auf den kleinsten gemeinsamen Nenner in Gestalt eines Deutschen Bundes mit 34 souveränen Fürsten und 4 freien Städten einigte, der von einer Bundesversammlung mit Sitz in Frankfurt regiert werden sollte. Österreich wurde der Vorsitz über die Bundesversammlung zuerkannt. Die Bundesakte genannte Verfassung wurde Bestandteil der den Kongress zusammenfassenden Kongressakte. Dadurch wurde sie unter einer Art Garantie der unterzeichnenden Mächte gestellt.

Von den weiteren territorialen Veränderungen seien noch die Niederlande und die Schweizerische Eidgenossenschaft erwähnt. Das Königreich der Niederlande wurde um das Gebiet der bisherigen Habsburgischen oder österreichischen Niederlande erweitert. Dieses Konstrukt hielt aber nur 15 Jahre. 1830 spaltete sich der südliche Teil in einer Revolution vom Norden ab und wurde als Belgien eine selbständige parlamentarische Monarchie.

Durch den 1814 auf dem Kongress vollzogenen Beitritt von Genf, Neuchatel und Wallis erhielt die Schweizerische Eidgenossenschaft 3 neue Kantone und den bis heute gültigen Gebietsbestand. Auch gelang ihr die im Hinblick auf die geostrategisch brisante Lage des Staates von den Kantonen gewünschte Bekräftigung der immerwährenden Neutralität durch die europäische Staatengemeinschaft.

 

Jenseits der Regelungen über die territorialen Neuordnungen soll noch ein kurzer Blick auf die Ergebnisse des Komitees über die freie Schifffahrt auf internationalen Strömen, der Rang- Kommission und der Abolitions-Kommission geworfen werden. Die Arbeit des erstgenannten Komitees fand ihren Niederschlag in dem Reglement über die freie Schifffahrt. Diese wurde zwar jedermann, also nicht nur Bewohnern der Anliegerstaaten garantiert, jedoch blieb offen, inwieweit freier Handel möglich war. Die alten - örtlich erhobenen - Zunft- und Stapelrechte wurden abgeschafft, Zölle aber blieben bestehen. Von großer praktischer Bedeutung wurde die auf der Grundlage des Schifffahrtsreglements errichtete Zentralkommission für die Rheinschifffahrt. Mit zeitgemäßen Veränderungen besteht sie bis auf den heutigen Tag und erarbeitet mit den Mitgliedsstaaten die Rechtsregelungen für den Verkehr, für Besatzung, Personal usw.

 

Auch die Beschlüsse der Rang-Kommission besitzen weitgehend heute noch Gültigkeit. Jahrhunderte lang war der diplomatische Rang ein Feld, auf dem bei internationalen Konferenzen Streit vorprogrammiert war. Bei der Unterschriftsleistung unter völkerrechtliche Verträge spielte fortan für die Reihenfolge nicht mehr das Gewicht oder die Bedeutung des jeweiligen Staates die entscheidende Rolle. Ausschlaggebend war nunmehr die Reihung nach dem französischen Alphabet. Bei Diplomaten wurden drei Rangklassen geschaffen - Botschafter, Gesandte und Geschäftsträger. Innerhalb jeder Gruppe war das Dienstalter entscheidend, d.h. das Datum der Übergabe des Beglaubigungsschreibens.

 

Die Deklaration über die Abschaffung des Sklavenhandels - eigentlich eher ein Fremdkörper in einem europäischen Friedensdokument - war von England auf die Tageordnung gesetzt worden. Dort war der Sklavenhandel seit 1807 verboten und eine einflussreiche Lobby versuchte auf diesem Wege, auch ein Verbot durch die Kolonialmächte Frankreich, Spanien und Portugal zu erwirken. Diese sorgten freilich für sehr allgemein gehaltene Formulierungen und großzügige Übergangsfristen, so dass ihnen die Deklaration kaum wehtat und England sich seiner Humanität rühmen konnte.

 

Soweit der Blick auf die wichtigsten Ergebnisse. Von Oktober 1814 bis Februar 1815 war der Kongress im Wesentlichen in ruhigen Bahnen verlaufen. Das änderte sich schlagartig, als Anfang März 1815 bekannt wurde, dass Napoleon Elba verlassen und sich mit Truppen auf den Weg nach Paris gemacht hatte. Diese neue Situation trug sehr zur Beschleunigung der Kongressarbeit, auch zu größerer Kompromissbereitschaft bei, so dass Ende Mai die Arbeiten weitgehend abgeschlossen waren. Am 8. und 9. Juni erfolgte die Unterzeichnung durch die acht Signatarmächte des Pariser Friedens, gerade nur 10 Tage, bevor in der Schlacht von Waterloo Napoleon endgültig besiegt wurde.

 

Im Herbst 1815 legte die Anti-Napoleon-Koalition dem jetzt wieder unter die Herrschaft Ludwig XVIII zurückgekehrten Frankreich neue Friedensbedingungen auf, die dem Sicherheitsbedürfnis der Anrainerstaaten viel mehr Tribut zollten als in Wien angedacht worden war. Der nunmehr 2. Pariser Frieden vom 20. November 1815 mit einigen kleineren Territorialregelungen zu Lasten Frankreichs unterstellte das Land für fünf Jahre einer alliierten Armee von 150 000 Soldaten, für deren Kosten Frankreich ebenso aufkommen musste wie für die Zahlung von Kriegsentschädigungen in nicht unbeträchtlicher Höhe. Allerdings eröffneten die Alliierten Frankreich eine faire Perspektive, im Falle einer positiven Entwicklung nach 3 Jahren wieder als vollgültiges Mitglied in der Kreis der Großmächte zurückkehren zu können. So geschah es dann auch beim Aachener Kongress im Jahre 1818. Welch ein Unterschied zu Versailles 100 Jahre später!

 

Nun werden Sie fragen: "Hören wir denn gar nichts zum Thema ´Der Kongress tanzt`"? Doch! Bevor ich zu einer abschließenden Bewertung des WK komme, sei noch ein Blick auf seine vergnügliche Seite gestattet.

 

"Der Kongress tanzt"

 

Den Verantwortlichen am Wiener Hof war bewusst, dass zwischen großer Politik und "sozialem Programm" ein enger Zusammenhang bestand. Die Geschäfte - so dachte man - laufen besser, wenn man auch auf gesellschaftlichem Parkett miteinander verkehrt. Und so füllten denn Bälle, Paraden, Jagden, Feuerwerke, Spazierfahrten, Konzerte und Theateraufführungen die ersten beiden Monate des Kongresses fast vollständig aus. Aus dieser Zeit stammt auch das tadelnde Verdikt des Feldmarschalls de Ligne "Der Kongress tanzt und arbeitet nicht". Das galt aber eher für die Anfangszeit. Mit 5 Beispielen möchte ich aufzeigen, wie die sehr unterschiedlichen Vergnügungen aussahen.

 

Die Bälle in der Hofreitschule waren Großereignisse, an denen 4000 und mehr Gäste teilnahmen. Für die Herren war Galauniform mit allen Orden vorgeschrieben, für die Damen Diademe, die zum Teil die Köpfe umspannten und aus denen Blumenkaskaden hervorbrachen. Die Souveräne paradierten mit einer Polonaise durch die Säle, wo sie von den Gästen bewundert werden konnten. Unter die hatte sich auch die Wiener Bevölkerung gemischt, für die der Zutritt frei war. Bei diesen Veranstaltungen war immer von Interesse, wer mit wem tanzte oder gesehen wurde.

Manche der hochgestellten Kongressteilnehmer hatten nach Wien ihre Maitressen mitgebracht oder sich anderweitig versorgt. Adam Zamoyski nennt in seiner farbigen Schilderung des WK zahlreiche interessante Beispiele und kommt zu der Feststellung, dass zu der Zeit in Wien ein "promiskuitives Klima" geherrscht habe. An entgegenkommenden Damen habe kein Mangel geherrscht - von jungen Töchtern der Wiener Mittelschicht bis zur attraktiven, verwitweten Fürstin Bagration, um die sich Zar Alexander, aber auch die beiden bayerischen Prinzen kümmerten.

 

Am 18. Oktober fand zum 1. Jahrestag der Völkerschlacht ein Friedensfest statt, bei dem 20 000 Soldaten der alliierten Truppen vor den Souveränen paradierten. Beim anschließenden Mittagessen mischten sich die Offiziere unter die Soldaten, was für die damalige Zeit höchst ungewöhnlich war. Es folgte eine friedensbewegte Theateraufführung, bei der eigens dafür errichtete Tempel des Friedens eine Rolle spielten. Nach einem Feuerwerk begab man sich zum Tanz.

 

Ein besonders perverses Beispiel eines Jagdvergnügens wurde vor den Toren Wiens veranstaltet, wo sich auf für diesen Anlass errichteten Tribünen Hunderte von Staatsbeamten, Höflingen und sonstigen Zuschauern drängten. Treiber hatten seit Tagen die weitläufigen Wälder durchkämmt und an die 600 Wildschweine in ein Gehege gedrängt, von wo sie den Souveränen vor ihre Gewehre getrieben wurden. Bei diesem Wildschweinmorden tat sich der König von Württemberg mit 35 Abschüssen besonders hervor. Die österreichische Kaiserin stand ihm kaum nach.

 

Besonders bemerkenswert war im Januar 1815 eine Schlittenpartie, die von der Hofburg nach Schönbrunn führte. Den Anfang machte ein großer, von 6 Pferden gezogener Schlitten, auf dem ein Orchester spielte. Die lange Reihe der Doppelspänner-Schlitten wurde von einem weiteren Orchesterschlitten beendet, auf dem eine "türkische Kapelle" aufspielte. In Schönbrunn angekommen sah man ein Ballett von holländisch verkleideten Schlittschuhläuferinnen, ehe man sich im Schloss eine Opernaufführung ansah. Nach dem abendlichen Diner und anschließendem Tanz begab man sich im Fackelschein zurück nach Wien, wo zur Abrundung in der Hofburg noch ein Maskenball stattfand.

 

Zum 250. Geburtstag unseres berühmtesten Bonner Sohnes passt die Geschichte, dass der selbstbewusste Beethoven im November 1814 die beiden Kaiser und die übrigen Monarchen persönlich zu einem Konzert in den großen Redoutensaal eingeladen hat. Er dirigierte selbst seine 7. Sin-

fonie und sein Orchesterwerk "Wellingtons Sieg" (allerdings bei Vittoria, noch nicht bei Waterloo), bei dem die simulierten Kanonenschüsse des Orchesters dem Publikum besonders gefielen.

 

Soweit mein kleiner Ausschnitt zum Thema "der Kongress tanzt". Der Augenzeuge Auguste La Garde beschreibt den Zusammenhang zwischen Lustbarkeiten und Kongressarbeit in seinem Buch "Gemälde des Wiener Kongresses" so: "Auf einem Balle wurden Königreiche vergrößert oder zerstückelt, auf einem Diner eine Schadloshaltung bewilligt, eine Verfassung auf der Jagd entworfen, und bisweilen brachte ein Bonmot, ein glücklicher Einfall ein Traktat zustande, das zahlreiche Konferenzen und geschäftiger Briefwechsel nur mit Mühe zum Abschluss hätten bringen können".

 

Zu Schluss möchte ich versuchen, eine kurze Bewertung des Kongresses abzugeben.

 

Bewertung des Kongresses

 

1. Die Ergebnisse von Wien tragen mehr Züge von Restauration in sich als von Reformideen Die Monarchen der 4 Siegermächte saßen fester im Sattel als zuvor, auch in Frankreich kehrten die Bourbonen zurück auf den Thron. Liberale Ideen und patriotische Strömungen konnten sich kein Gehör verschaffen. Wahrscheinlich war die Zeit dafür noch nicht reif - 1815 war ein Hambacher Fest mit 30 000 Teilnehmern mit ihrer bürgerlich- freiheitlichen Grundstimmung realistischer Weise noch nicht vorstellbar.

 

2. Damit sollen die Ergebnisse des WK aber nicht kleingeredet werden. Er hat eine lange Friedensperiode zur Folge gehabt, über deren Dauer freilich unterschiedliche Einschätzungen bestehen. Henry Kissinger hat in seiner vieldiskutierten Dissertation 1957 die These vertreten, der WK habe 100 Jahre Frieden garantiert, d.h. größere Kriege verhindert. So weit wird man im Blick auf 1870/71 nicht gehen können. Aber eine Friedensperiode bis in die Fünfziger Jahre des neunzehnten Jahrhunderts wird allgemein anerkannt. Dabei kann man den vergeblichen Aufstand der Polen gegenüber Russland 1830 vielleicht ebenso vernachlässigen wie die Abspaltung Belgiens von den Niederlanden im selben Jahr.

 

3. Von Bedeutung scheint mir, dass Wien zumindest Ansätze eines europäischen Sicherheitssystems geschaffen hat, das zwar auf der Dominanz der fünf großen Staaten und deren balance of power beruhte, aber auch von den "Kleinen" respektiert wurde, so lange ihre Unabhängigkeit und ihre Rechte gesichert waren. Immerhin haben nach der Ratifikation der direkt signierenden Mächte im Lauf der nächsten Jahre 33 weitere europäische Staaten und deutsche Territorien die Wiener Schlussakte unterzeichnet. Und bahnbrechend war, wie Zamoyski feststellt, "der neue Ansatz in den internationalen Beziehungen, der Folgeprozesse auslöste, die in den festen Bestandteil der Weltpolitik eingehen sollten". Dies ist vielleicht ein wenig zu hoch gegriffen. Aber die Idee, anlässlich größerer Krisen Konferenzen oder Kongresse zur Friedenssicherung einzuberufen, hat sich tatsächlich seit Wien durchgesetzt.

 

4. Auf zwei interessante Folgewirkungen des WK hat August Heinrich Winkler in seiner "Geschichte des Westens" aufmerksam gemacht. Die neue balance of power erlaubte England, seinen Einfluss außerhalb Europas zielstrebig auszubauen und gestützt auf seine Flotte und die industrielle Überlegenheit zur führenden Weltmacht des 19. Jahrhunderts aufzusteigen. Und durch die preußische Ausdehnung bis in die Rheinlande wurde die preußische Hegemonie in Deutschland und die deutsche Hegemonie auf dem europäischen Kontinent befördert, was allerdings noch jenseits der Vorstellungskraft der Akteure von 1814/15 gelegen haben dürfte.