INFO für Wanderer

Liebe Wanderfreunde der LESE (... auch andere Interessierte LESE-Freunde dürfen natürlich gern weiterlesen),

 

NEIN, dies ist (noch) KEINE Einladung für die nächste LESE-Wanderung; leider! Dazu ist es im Hinblick auf die gegenwärtigen Bestimmungen im Rahmen der Corona-Schutzverordnung für den August noch zu früh – insbesondere wegen der Abstandsregelungen und, noch mehr, hinsichtlich der traditionellen Schluss-Einkehr.

 

Aber die Entwicklung wird weiter beobachtet. Sobald sich die Möglichkeit ergibt, eine LESE-Wanderung unter Berücksichtigung der entsprechenden Auflagen einigermaßen in der gewohnten Form durchzuführen, werden wir aktiv werden.

 

Bis dahin: Bleiben Sie fit, gut zu Fuß und „allzeit bereit“.

 

Ewald Stöwe

Monatsvorschau August 2020

                                                          August 2020

1

Sa

Wandern    - fällt aus -

2

So

 

3

Mo

 

32

4

Di

Juniorentisch 19:00 Uhr im Restaurant/Café „Haus am Rhein“, Elsa-Brandström-Str. 74, 53227 Bonn-Beuel  - abgesagt -

5

Mi

 

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Do

 

7

Fr

 

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Sa

 

9

So

 

10

Mo

Singekreis 18:00 Uhr

33

11

Di

Tisch 99 18:00 Uhr im „Haus am Rhein“, Elsa-Brandström-Str.74, 53227 Bonn-Beuel

12

Mi

 

13

Do

Neuer Tisch 18:30 Uhr

14

Fr

Damentisch 15:30 Uhr

15

Sa

 

16

So

 

17

Mo

Literaturkreis 18:00 Uhr

34

18

Di

Lese im Gespräch 18:00 Uhr

19

Mi

 

20

Do

 

21

Fr

Bridge 14:45 Uhr

22

Sa

 

23

So

 

24

Mo

 

35

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Di

 

26

Mi

Mittwochstisch 18:00 Uhr    - fällt aus -

27

Do

Pirandello Tisch 19:00 Uhr  im „Haus am Rhein“

28

Fr

Schach 16:00 Uhr

29

Sa

 

30

So

 

31

Mo

 

36

 

Neues vom Vorstand - Wie geht es weiter in CORONA - Zeiten - Sommerfest leider abgesagt

Liebe LESE - Freundinnen und - Freunde,

 

im Juni schrieb ich Ihnen, dass der LESE-Vorstand zusammen mit dem Veranstaltungs-Ausschuss hofft, das für den 19. August geplante LESE-Sommerfest im Restaurant des Botanischen Gartens durchführen zu können. Leider ist dies aufgrund der momentanen Fassung der Corona-Schutzverordnung vom 15. Juli nicht zulässig, so dass wir gezwungen sind dies abzusagen. Feste sind weiterhin nur aus herausragendem Anlass (z.B. Jubiläum, Hochzeits-, Tauf-, Geburtstags-, Abschlussfeier) zulässig. Der Vorstand bedauert dies sehr, zumal die Vorsitzende des Veranstaltungsausschusses, Frau Karin Schwippert, sehr viel Energie, Ideen und Liebe in die Vorbereitungen gesteckt hat.

 

In Einklang mit der jeweils gültigen neuesten Fassung der Verordnung konnte die LESE jedoch erste Schritte in Richtung Normalität unternehmen. So trafen sich im „Haus am Rhein“ zunächst der Pirandello-Tisch zu einem außergewöhnlich gut besuchten Vortrag des Tischvorsitzenden Volker Busse, gefolgt vom Junioren-Tisch unter Leitung von Walter Mackholt, bei dem er den 90jährige Geburtstag seines Vor-Vorgängers Herbert Priew würdigte, wie auf unserer Internet-Seite nachgelesen werden kann.

 

Auch der Schachkreis traf sich bei schönem Wetter auf der Terrasse vor dem LESE-Clubraum zum ersten gemeinsamen Spiel.

 

Hoffen wir, dass es weiterhin aufwärts geht und wir von Rückschlägen verschont bleiben. Der LESE-Veranstaltungsausschuss wird Sie in gewohnter Weise über weitere Veranstaltungen unterrichten.

Ich wünsche Ihnen das Beste für Ihre Gesundheit und verbleibe mit herzlichen Grüßen

 

Ihr Ulrich Spindler

 

 

LESE- Mitglieder erleben "DruckARTisten"

(de) Das "soziale" Leben der LESE nimmt allmählich wieder Fahrt auf. So besuchten jetzt Mitglieder der Gesellschaft die Werkschau der Künstlergruppe DruckARTisten im Duisdorfer "Kulturzentrum Hardtberg. Hilda von Overveld-Priew, eine der treibenden Kräfte der Gruppe, führte sachkundig durch die Ausstellung zumal es auch viele ihrer eigenen Werke zu sehen gab.

Die Druckkunst gehört mittlerweile zum immateriellen Weltkulturerbe. Und so erfuhren die Besucher alles über die künstlerischen Drucktechniken des Hochdrucks, Tiefdrucks, Flachdrucks sowie deren Mischformen in Verbindung mit heutigen technischen Möglichkeiten. Dabei beeindruckte insbesondere die experimentelle Graphik der Künstlerin. Hilda von Overveld-Priew erläuterte auch, wie der Druck einer Platte auf verschiedenen Papiersorten unterschiedliche künstlerische Ergebnisse erzielt kann.

Neben diesem ersten Ausstellungsbesuch nach dem Lockdown der CORONA -Krise hatten bereits zwei Tischtreffen sowie Treffen des Schachkreises sowie des LESE-Bridge die mannigfaltigen Aktivitäten wiederbelebt.

Übrigens: Die Werkschau DruckARTisten ist noch bis zum 06. September zu sehen.

 

Ein aufrechter Demokrat und deutscher Patriot - Herbert Priew zum 90.Geburtsta

(de) Der langjährige Tischvorsitzende des Juniorentisches, Herbert Priew, konnte Anfang Juni seinen 90. Geburtstag feiern. Eine offizielle Feier in großem Kreis durfte aber aus bekannten Gründenleider  nicht stattfinden.Wir veröffentlichen stattdessen eine Laudatio, die der jetzige Vorsitzende des Tisches, Walter Mackholt, verfasst hat.

 

Am 10. Juni vollendet der in Dessau am 10. Juni 1930 geborene Herbert Priew sein 90stes Lebensjahr. Grund genug nicht nur für beste Glückwünsche, sondern auch Anlass, auf einen entscheidenden Abschnitt im Leben des jungen Studenten an der Landwirtschaftlichen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg hinzuweisen.

 

Es ist der 17. Juni 1953. Vier Studenten der landwirtschaftlichen Fakultät, unter ihnen Herbert Priew, steigen auf eine Verkehrsinsel und rufen zu einer Kundgebung auf. Völlig unvorbereitet sprach Herbert Priew:

 

Originalzitat:

Deutsche Männer, Deutsche Frauen, wir demonstrieren heute Abend um 18 Uhr auf dem Hallmarkt für Frieden, Einheit und Freiheit. Erscheint in Massen, verhaltet Euch diszipliniert, denn nur so können wir etwas erreichen. Einheit macht stark.“

 

Am Abend versammelten sich auf dem Hallmarkt rund 60.000 Menschen. Es war die zahlenmäßig größte und eindruckvollste Demonstration des Volkes in der DDR gegen die politische Willkür und für Freiheit und Einheit.

 

Während zum Ende der Versammlung das Deutschlandlied gesungen wurde, rollten gleichzeitig sowjetische Panzer auf, um die Staatsmacht der DDR zu retten.

 

Ein Konsemester hatte die vier Agrarstudenten bei der Stasi denunziert. Am 18. Juni 1953 wurde Herbert Priew verhaftet. Die Staatssicherheit klagte ihn an, die Bevölkerung aufgewiegelt und aufgeputscht zu haben.

 

Die menschenunwürdige und menschenverachtende Behandlung in den Gefängnissen in Halle/Saale (Roter Ochse) und Waldheim/Sachsen und der „Schauprozess“ vor dem 1. Strafsenat des Bezirksgerichts Halle/Saale haben tiefe Spuren und Narben und seelische Verwundungen auf Dauer hinterlassen. Das Urteil vom 31.08.1953: Zwei Jahre Gefängnis und anschließend fünf Jahre Sühnemaßnahmen (Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte, Internierung, Zwangsarbeit….)

 

Nach der Haftentlassung am 16. Juni 1955 gelang die Flucht nach Berlin-West. Herbert Priew konnte an der Landwirtschaftlichen Hochschule in Stuttgart-Hohenheim sein Studium wieder aufnehmen und mit Diplom abschließen. 1959 erfolgte die Promotion zum Dr.agr.

 

Nach verschiedenen Stationen in der Agrarverwaltung und -Ausbildung des Landes Baden-Württemberg erfolgte 1968 der Wechsel in das damalige Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, dem er bis zur seiner Pensionierung als Ministerialdirigent im August 1993 angehörte.

 

Die friedliche Revolution und Wende in der DDR 1989/1990 überdecken die Ereignisse des 17. Juni 1953. Umso wichtiger ist es, dieses Datum und die Geschehnisse in Erinnerung zu rufen. Sie zeugen am Beispiel des Agrarstudenten Herbert Priew davon, dass unter Hintanstellung der persönlichen Befindlichkeit (es gab Warnhinweise und dringende Empfehlungen sich abzusetzen) auch 1953 zur friedlichen Demonstration für Frieden und Freiheit, für Gerechtigkeit und Einheit aufgerufen wurde. Nur die Macht der damaligen sowjetischen Besatzungstruppen walzte mit Panzern jegliche Demokratisierung förmlich nieder.

 

Unser LESEfreund Dr. Herbert Priew und ehemaliger Vorsitzender des Juniorentisches (2000 bis 2006 in Nachfolge von Dr. Karl-Heinz Grieben) hat im Juli 2009 in einem eindrucksvollen Vortrag vor Studenten und vielen LESEmitgliedern unter dem Titel „Der 17. Juni 1953 in Halle an der Saale – beteiligt – verhaftet – verurteilt - ein Studentenschicksal“ über sein (politisches) Leben in zwei Diktaturen ab seiner Geburt 1930 in Dessau berichtet. Versöhnlich klingt gegen Ende des Vortrags seine Feststellung: “Nach diesen bewegten Jugendjahren empfinde ich es heute als ein sehr großes Lebensglück, dass ich in der Bundesrepublik Deutschland meine Lebensgestaltung mit Erfolg in die eigenen Hände nehmen konnte.“

 

Der 90ste Geburtstag ist Anlass genug nicht nur Glückwünsche für das persönliche Wohlergehen auszusprechen, sondern auch Dank zu sagen für das beispielhafte Eintreten für Volk und Vaterland, für Freiheit und Gerechtigkeit und für Menschenwürde.

 

Der 17. Juni 1953 ist ein großer symbolischer Tag in der deutschen Geschichte.