Beklemmender Ausflug in die Vergangenheit - LESE besucht ehemalige NS - Ordensburg Vogelsang

Nach vielen Monaten Covid-19-Blockade war die LESE-Familie jetzt endlich wieder unterwegs:

LESE-Freund Dr. Hans-Dieter Wolkwitz hatte schon im vergangenen Jahr einen Tagesausflug in die Nordeifel zur ehemaligen NS- Ordensburg Vogelsang vorgeschlagen. Nun konnte unsere Veranstaltungsmanagerin Christel Pfletschinger das Vorhaben realisieren. Und für 17 LESE-Freundinnen und Freunde wurde es ein hochinteressanter Tag. Busfahrer, Eifellandschaft und Wetter zeigten sich von ihren besten Seiten.

 

Hoch über dem Urftstausee von 1904 gelegen, der sich wie ein breiter Fluss durch das Eifeltal schlängelt, ist die ehemalige NS-Ordensburg Vogelsang eines der größten, aus der Zeit des Nationalsozialismus erhaltenen Bauensembles. Ab 1934 von der „Deutschen Arbeitsfront“, der Nachfolgeorganisation der von den Nazis aufgelösten Gewerkschaften, gebaut, sollte in dieser und drei anderen sog. Ordensburgen der Führungsnachwuchs der NSDAP ausgebildet werden.

 , Bundesarchiv

Mit Heinz Zohren hatte unsere LESE-Gruppe einen besonders engagierten und kundigen Erläuterer gebucht, der mit uns zwei Stunden über das Plateau und in verschiedene Gebäude, wie Kaminzimmer, Burgschenke und Truppenkino ging und uns die Menschen verachtende, verbrecherische Ideologie erläuterte, welche von 1936 bis zum Kriegsausbruch 1939 den ca. 500 jährlichen Lehrgangsteilnehmern vermittelt wurde: In einer martialischen, geradezu gigantisch geplanten Architektur sollten besonders zuverlässige Parteigenossen zu „arischen Herrenmenschen“ erzogen werden, die die zu erobernden Ostgebiete und die dort lebenden „Untermenschen“ auszubeuten hatten.

 

Nach 1945 wurden die Gebäude zunächst von der britischen Armee und ab 1950 bis 2005 von den belgischen Streitkräften als Quartiere für den umliegenden Truppenübungsplatz genutzt. Seit 2006 ist das Gelände zu einem „Erinnerungsort“ mit einer Dauerausstellung zur NS-Ideologie des „Herrenmenschen“ umgestaltet worden, in dem auch der „Nationalpark Eifel“ mit einer Ausstellung vertreten ist.

 

Es waren bedrückende Eindrücke, die nach der Führung unsere LESE-Gruppe recht nachdenklich von der Cafe-Terrasse der ehemaligen NS-Ordensburg in die so schöne Eifellandschaft sehen ließen. So war es durchaus keine „Vergnügungsfahrt“, für die alle Teilnehmer/innen der Organisatorin Christel Pfletschinger zurück in Bonn herzlich dankten.

 Text: Johann Hahlen; Fotos: Hahlen, Bundesarchiv